Monolord – Neverending

(c) James Rexroad
Nach fünf Alben gönnten sich Monolord eine kleine Kunstpause und betrieben musikalischen Frühjahrsputz. Das schwedische Trio wollte seinen Fokus etwas verändern und tat sich dafür mit Sylvia Massy zusammen, die bereits so unterschiedliche Künstler wie Tool, Johnny Cash und System Of A Down produzierte. Gemeinsam fand man eine Art Flow-Zustand, einen frischen Ansatz. Letzte Space- und Fuzz-Reste gingen über Bord, der Doom-Faktor wurde in die Höhe geschraubt. „Neverending“ klingt so fokussiert und unmittelbar wie nie zuvor.
Auch textlich hat sich einiges getan. Ging es bei Monolord bislang vor allem um Glauben und Aberglauben, so nahm Sänger und Gitarrist Thomas Jäger dieses Mal vor allem Persönliches ins Visier und wählte verschiedene einschneidende Veränderungen als Ausgangspunkt für Abhandlungen aus wechselnder Perspektive. Bestes Beispiel ist die Lead-Single „You Bastard“, die Selbstmord auf zwei Weisen betrachtet – aus der Sicht des ‚Täters‘, aber auch aus der Sicht der trauernden, gelegentlich wütenden Hinterbliebenen. Drückender, schroffer Stoner-Doom mit zermürbender, fast Sludge-artiger Wucht ist das hochspannende Ergebnis.
Ellenlange, mächtige Monolithen dürfen natürlich weiterhin nicht fehlen. Wie „Oozing Wound“, das puristisches Kargland wiedergibt, den Gesang bevorzugt wie ein weiteres Instrument erklingen lässt und mit seinem verspielten instrumentalen Mittelteil die etatmäßige Schwere noch weiter in die Höhe schraubt. Oder „Inside A Collider“, das wie eine Zeitreise durch verschiedene Doom-Epochen auftritt, seine singenden Gitarren vertraute Melodien anstimmen lässt, während sich Monolord durch einen zermürbenden Giganten schleppt. Die wütenden Growls in „It’s Neverending“ überraschen. Jäger tat sich bei der Demo damit schwer, für ihr sprang Firespawn-Bassist Jörgen Sandström, der unter anderem bei Entombed und Grave tätig war, mit Vehemenz ein. Dieser unerwartete Death-Doom-Ausritt mit bitterer Süße gelingt ebenso.
Die tiefenentspannte, angenehme Grundstimmung in Massys Studio in Ashland, Oregon und die zurückgelehnte Arbeitsweise haben sich hörbar bezahlt gemacht: „Neverending“ ist ein mächtiges Biest von einem Album, um Welten doomiger und konzentrierter als die Vorgänger, zugleich mit mächtigen Stoner-Riffs und kleinen Überraschungen ausgestattet. Monolord klingen selbst in ihren ausladenden, überlangen Tracks so kompakt wie noch nie und zeigen sich als Songwriter hörbar gereift. Hier sitzt so ziemlich alles, stimmt der Fluss, setzt es beste Unterhaltung in aller zermürbender Gesamtheit. In dieser Form sollte das seit längerem erhoffte Überwerk, das in den drei Schweden steckt, nur eine Frage der Zeit sein.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 29.05.2026
Erhältlich über: Relapse Records (SPV)
Website: monolord.com
Facebook: www.facebook.com/monolordsweden


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