DazGak! – Stimpy

| 22. Juli 2026 | 0 Comments
DazGak!

(c) Dylan Duncann

Eigentlich ging es für DazGak! ganz gut los: Als Trio legte man mit einem Album und einer EP in kurzer Abfolge einen feinen Doppelschlag vor, allerdings rein instrumental. Das war vor allem den Umständen geschuldet, so Gitarrist Jackson Weed, eigentlich wollte man schon immer Vocals dabei haben. Jake O’Driscoll von God Alone brachte eben diesen Aspekt ein und rundete den Band-Sound ab – chaotisch, verspielt, vertrackt und generell schwer greifbar. Die EP „Stimpy“ umreißt letztlich genau das, was sich das nach einem Unmutsausdruck benannte Quartett von Beginn an vorgestellt hatte.

Der musikalische Mix ist gleich noch einen Tacken gefährlicher und unbrechenbarer geworden, noch tiefer in der lokalen Skate-(Punk-)Kultur verankert, zugleich zwischen Math Rock, Hardcore Punk und Post-Hardcore hin- und hergerissen. Entsprechend wild und doch beinahe eingängig gibt sich der abgefuckte Opener „Big In Tucson“. Erstaunlich sonnige Gitarren werden von einer urplötzlichen Tempoverschärfung geradezu überrollt, während O’Driscoll abwechselnd singt und schreit. Der schwerfällige, drückende Mittelteil ist ein absolutes Highlight. „No Sweat“ legt vergleichsweise ruhig und unscheinbar los, sucht eine ganze Minute lang seine Stimme und einigt sich letztlich auf ein überdrehtes Riff, das sich noch im selben Moment selbst überholt. Jazzige bis tanzbare Einschübe werden von der eierlegenden Math-Wollmilchsau zerlegt.

Es wird aber selbstverständlich noch eigentümlicher. Wie in „Tog A Bog E (Top Sixteen)“, dessen Wut und furiose Energie mit Post-Hardcore-Melancholie kollidieren und zugleich feisten Skate-Punk durch den Äther jagen. Irgendwo zwischen Mini-Hit und Komplettabriss entsteht verkopfte Magie der hymnischen Art. Auch „Soulker“ geht über Umwege ins Ohr, die verwaschene 90s-Gitarre bietet großen Unterhaltungswert. Kleine Wutausbrüche, große Zäsuren und ein ellenlanges Breakdown-Finale machen Laune. Danach gibt sich „Trixie“ erst einmal halbwegs konventionell, hat so etwas wie eine Gesangsmelodie zu bieten, die jedoch so schräg wie menschenmöglich ausfällt. Im Rest der Band brodelt es hingegen, nach anfänglichem Stop & Go rasten die Iren aus und schlagen doch nicht über die Stränge. Das übernimmt zum Abschluss „Dewey“, das in knapp anderthalb Minuten stoischen Math-Punk durchdrückt.

Keine 20 Minuten brauchen DazGak!, um absoluten Wahnsinn zu verbreiten. Tatsächlich wirkt ihr Sound dank Vocals noch etwas voller und unberechenbarer. Zugleich hat sich das Songwriting hörbar weiterentwickelt. Das vertraute Math-Chaos mit Hardcore-Schlagseite und Punk-Esprit ist nach wie vor prominent vertreten, wirkt nun jedoch in jeder Hinsicht größer und intensiver, bietet gelegentliche hymnische Momente, echte Melodien, aber auch die erwarteten krassen Brüche. „Stimpy“ ist ein verkopfter Charmbolzen geworden, immer bezaubernd, auch wenn er sich selbst im Weg steht. Die Iren machen eine großen Sprung und lassen auf mehr in ähnlicher Form hoffen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.07.2026
Erhältlich über: Floodlit Recordings / Smithsfoodgroup DIY

Facebook: www.facebook.com/dazgak

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Category: Magazin, Reviews

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