Shrineburner – Hymns Of Despair

| 5. September 2026 | 0 Comments
Shrineburner

(c) Tom Birch

Wertlosigkeit in einer sterbenden Welt. Organisierte Religionen als kontinuierlich wachsende Seuche. Existenzielle Angstzustände. Zugegeben, leichtfüßig waren und sind Shrineburner noch nie unterwegs gewesen. Ursprünglich 2023 als gemeinsames Projekt von Gitarrist/Sänger Peter Norman und Drummer Brent Favata gegründet, verließ letzterer nach dem Release einer ersten EP die Band aufgrund diverser anderer Verpflichtungen. Mittlerweile als Trio aufgestellt, erscheint nun das erste komplette Album „Hymns Of Despair“ in Eigenregie.

Und das klingt exakt so, wie es der Titel und die behandelten Themen vermuten lassen: laut, drückend, zermürbend, brutal und finster. Nach einem kurzen Intro explodiert „Spectral Cataclysm“ in media res, überrascht mit einem gewalttätigen Blackened-Death-Sprint, bevor man sich auf zermürbende Härte konzentriert. Doom und Sludge sind die Stärken der Herren aus Chicago, das ist in diesem Elfminüter nicht zu überhören. Normans Screams und Growls fahren durch Mark und Bein, die gleichermaßen dreckige und zentnerschwere Mixtur desolater musikalischer Sphären fordert heraus. Etwas überraschend kommt der psychedelische Einschub; ein geschickter Stilbruch, der die Saiten singen lässt.

Fast noch herausfordernder – und zwei Minuten länger – gestaltet sich „An Ocean Of Broken Hope“. Shrineburner lassen sich ordentlich Zeit, um in diesen Track zu finden, geben sich erst einmal erstaunlich zittrig und nervös, bevor massive Wände und post-metallische Ausritte das Heft fest in die Hand nehmen. Ein massives Bollwerk entsteht, zugleich mit zumindest den Ansätzen einer Melodie versehen. Jedes Mal, wenn das Trio etwas Fahrt aufnimmt, bremst es sich selbst aus. Der Trauermarsch gipfelt in einem ausladenden, verspielten Gitarrensolo. Als Kontrastprogramm langt „Bodies Dragged To Sunlight“ beherzt zu, kurzzeitig nahezu vertrackt, dann beinahe rückwärts gehend – ein Lehrstück in Sachen Schwere.

So massiv und kompromisslos sind aktuell nur wenige Bands unterwegs. Einen Sludge-Schönheitspreis gewinnen Shrinebuilder maximal, weil sie fokussierten Mut zur Hässlichkeit beweisen. Die schiere Intensität ihres ersten kompletten Albums überfordert komplett und benötigt die eine oder andere Pause, um sich zumindest halbwegs fassen zu können. Gerade in dieser konsequenten Zermürbungstaktik liegt letztlich die Stärke von „Hymns Of Despair“, das Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit auf den brutalen, geifernden, konsequent schmerzenden Punkt bringt. Wer seinen Doom-Sludge möglichst abstoßend und drückend mag, ist bei diesem exzellenten US-Trio an der richtigen Stelle.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 11.09.2026
Erhältlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/shrineburnerchicago

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Category: Magazin, Reviews

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