Castle – Carrie Chains

(c) Eric Haines
Bei Castle weiß man, was man bekommt. 15 Jahre nach ihrem ersten Album steht das nordamerikanische Duo um Elizabeth Blackwell und Mat Davis für süffig-düstere Konstanz, mit einem Herz für klassische Metaltöne und doomige Finsternis. Nach der etwa einjährigen Tour zu „Evil Remains“ ging man in Vancouver ins Studio, um gleich zwei Platten aufzunehmen. Die Cover-EP „Double Vision“ erschien vergangenen November und widmete sich unter anderem Judas Priest, Danzig und Alice Cooper. Nun folgt das mittlerweile siebte Studioalbum „Carrie Chains“ und knüpft wenig überraschend nahtlos an die Vorgänger an.
Alleine schon für „3 Knocks“ lohnt sich dieses Album, denn hier spielt das Duo sämtliche Qualitäten in rauen Mengen aus. Klassischer Metal, Doom-Ursuppe und wundervolle Heavyness treffen auf die intensiven Vocals Blackwells, die nicht mehr aus dem Kopf gehen. Die souveräne, dominante Präsenz der Sängerin thront über dem Geschehen, während ein manisches Riff alles in Schutt und Asche legt. Der beklemmende Mittelteil mit gezischten Zeilen und giftigem Solo rundet gekonnt ab. Im direkten Anschluss landet der Quasi-Titelsong „Carry Chains“ – kurz, trocken und eindringlich wie sonst etwas. Leather Leone lässt grüßen.
Fast noch stärker sind Blackwell und Davis, wenn sie etwas langsamer machen und sich an den Doom-Anfängen à la Black Sabbath und Pentagram orientieren. Entsprechend massiv klingt „Orb Weaver“, geradezu zentnerschwer, zugleich mit einer kleinen verführerischen Melodie ausgestattet, die nicht mehr loslässt. In der zweiten Hälfte ziehen Castle das Tempo ein wenig an. „Evil Nun“ konzentriert sich hingegen überwiegend auf klassischeren Heavy Metal, hat ab und an fast Dio-Qualitäten und häutet sich als mächtige Hymne mehrfach. Schließlich schleppt sich „Burn The Messenger“ möglichst evil ins Ziel – gewaltige Lasten drücken auf das imaginäre Gemüt.
Keine Überraschungen, dafür ein starker Song nach dem anderen: Castle knüpfen mehr als souverän an ihre bisherigen Alben an und üben sympathischen, eingängigen Druck der klassischen Art aus. Anders gesagt: Elizabeth Blackwell und Mat Davis bleiben sich auf „Carrie Chains“ treu. Großartige Riffs, mächtige Gesangsmelodien, bittersüße Finsternis und dicke Hymnen geben sich die Klinke in die Hand. Einmal mehr dezidiert während den Doom-Anfängen angesiedelt, steht das Duo aus dem Schloss für exzellente Songs mit kleinen Widerhäkchen, gerne mal unbequem, doch immer ohne Umwege direkt ins Ohr unterwegs. Castle unterstreichen einmal mehr ihre gesamte Klasse.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 04.09.2026
Erhältlich über: Hammerheart Records (SPV)
Website: www.heavycastle.com
Facebook: www.facebook.com/CastleSF
Slider-Pic (c) Eric Haines


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