Black Sabbath – 13

| 7. Juni 2013 | 0 Comments

Black Sabbath

Nun ist es tatsächlich passiert: Black Sabbath melden sich in Originalbesetzung mit einem neuen Studioalbum zurück. Gut, Schlagzeuger Bill Ward ist nicht mit an Bord, wahlweise wegen finanziellen Differenzen oder mangelnder Kondition – für ihn sprang Brad Wilk (Rage Against The Machine, Audioslave) ein – dennoch arbeiten Tony Iommi und Geezer Butler wieder mit Ozzy Osbourne zusammen. Sämtlichen Widrigkeiten zum Trotz – die bereits angesprochene Ward-Saga sowie Iommis Krebs-Erkrankung – steht nun das von Rick Rubin produzierte „13“ in den Läden und versucht an die großen Alben zu Beginn der 70er Jahre anzuknüpfen.

Die bereits bekannte Single „God Is Dead?“, mit knapp neun Minuten Spielzeit alles andere als radiofreundlich, gibt sich bedrohlich und doch ruhig. Es brodelt, Iommis bleiernes Gitarrenspiel klingt besser denn je, dazu wirkt Osbourne, wenig überraschend, leicht neben der Spur und gerade deswegen goldrichtig. Nach sechs Minuten hebt der Song mit einem Riff, das entfernt an „Hole In The Sky“ erinnert, ab, gibt sogar ein wenig Gas. Es wird nicht das letzte Selbstzitat bleiben, doch das sei Black Sabbath verziehen, wenn man sich vor Augen führt, wie oft die Pioniere aus Birmingham im Lauf ihrer Karriere gecovert, zitiert und plagiarisiert worden sind. Der Opener „End Of The Beginning“ – unglücklich positioniert, musikalisch wohl eine feine Sache – spielt mit der Tonfolge von „Black Sabbath“ und einem feinen, ausladenden Refrain, befeuert von einem herzzerreißenden Gitarrensolo.

Langeweile? Nicht einmal im folkig-psychedelischen „Zeitgeist“, eine Reminiszenz an „Planet Caravan“, das Auge des Riff-Hurrikans. Rundherum machen die Briten Druck, beispielsweise im finsteren, vertrackten „Age Of Reason“ mit seinen vielen kleinen Drehungen und Wendungen, oder der an ruppige Led Zeppelin erinnernden Blues-Variation „Damaged Soul“ – ein Track, der mit seinem durchaus kuriosen Auftreten die Lager spalten wird und Jack White neues Riff-Material beschaffen dürfte. Selbst die kürzeren, vermeintlich unspektakulären Tracks „Live Forever“ und „Loner“ machen von der ersten bis zur letzten Sekunde Druck. Dass ausgerechnet zum krönenden Abschluss, nach dem doomigen „Iron Man“-Rocker „Dear Father“ jene Glocken ertönen, die einst die Karriere der Briten einläuteten, könnte passender kaum sein.

Hat man das Alter der drei Musiker und die schwierige Entstehungsgeschichte dieser Platte im Hinterkopf, darf – ja! – muss man beinahe mit dem finalen Aufbäumen Black Sabbaths rechnen, noch dazu durch ein Sample vom ersten Song des ersten Albums stimmig abgerundet. Es hätte ein müder Altherren-Jam des Geldes wegen werden können, doch „13“ überrascht. Natürlich ist das Album gespickt mit Selbstzitaten, doch alleine für Butlers ikonische Bassläufe, Iommis durch Mark und Bein fahrende Riffs, die klassische Mundharmonika und einen „Oh yeah“ schreienden Osbourne lohnt sich der Kauf. Obendrein ist das Songmaterial verdammt stark geworden. Natürlich kommen Black Sabbath nicht an ihre revolutionäre Pionierarbeit aus den 70ern heran, doch damit war auch nicht ernsthaft zu rechnen. „13“ zeigt, wie relevant die Briten heute noch sind, welch große Songs sie 45 Jahre nach Bandgründung scheinbar unbeschwert aus ihren schwarzen Ärmeln schütteln können.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 07.06.2013
Erhätlich über: Mercury Records (Universal Music)

Website: www.blacksabbath.com
Facebook: www.facebook.com/BlackSabbath

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Category: Magazin, Reviews

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