Xion – When Stars Collide

(c) George Grigoriadis
Jugend forscht oder forsche Jugend? Als Xion vor vier Jahren loslegten, waren einige Mitglieder noch nicht volljährig. Das Quintett aus der schwedischen Metal-Metropole Falun (u. a. Heimat von Sabaton, Twilight Force und Brothers Of Metal) veröffentlichte Anfang 2024 ein erstes Album, landete im Vorprogramm von In Flames und der Gene Simmons Band, und spielte diverse Festivals sowie die Sabaton Cruise. Hinter dem Raketenstart steckt erdiger Thrash Metal mit knackigem Speed-Metal-Einschlag, der von den Bay-Area-Anfängen über Exciter bis hin zu Anvil reicht. Nun bei Fireflash Records unter Vertrag, streckt sich das zweite Album „When Stars Collide“ zur Decke.
Ab der ersten Sekunde starten die Nordlichter durch: „Hands Will Be Cut“ legt mit wunderbarer Urgewalt und hohem Tempo los. Robin Björk ist stimmlich eher in klassischen Metal-Gefilden unterwegs, was speziell dem hymnischen Chorus bestens bekommt. Rundherum zieht sich eine imaginäre Schlinge enger und enger, verbindet sich die Thrash-Ursuppe mit der NWOBHM. Epische Soloarbeit und ein wütender Zwischensprint lassen den überlangen Instrumentalteil über sich hinauswachsen – wahrlich ein Auftakt nach Maß, auf den mit „Burned Onto You“ ein zweiter Gigant folgt. Mehr Heavyness und Gemächlichkeit steht Xion gut zu Gesicht. Binnen Sekunden baut sich gewaltiger Druck auf, das zweistimmige Solo ist großes Kino.
In weiterer Folge tobt sich das Quintett mit wachsender Begeisterung aus. „Dead By The Night“ findet den goldenen Mittelweg zwischen mächtiger Härte und feiner Klinge – ausgestattet mit kleinen Zwischensprints, wiederholt in klassische Metal-Gefilde wechselnd und dabei mindestens so unterhaltsam wie „Phantom Of Blood“. Ein feiner Hauch Overkill macht sich breit, während der Thrash-Anteil fast unbemerkt nach oben wandert. Zwischenzeitlich darf der Bass grollen, bevor sich die Gitarren-Doppelspitze ein weiteres wütendes Duell liefert. „Zero Light“ beschließt das Album im Vollsprint, begleitet von kraftvollen Schreien und purer Eskalation.
Natürlich wüten Xion bevorzugt in traditionellen Sphären und erinnern vor allem an große nordamerikanische Bands Generationen vor ihrer Zeit. Wie schon auf ihrem Einstand geschieht das auf angenehm frische, ungestüme und energische Art und Weise, bloß mit noch besseren Songs. „When Stars Collide“ schickt sich erst gar nicht an, das Rad neu zu erfinden, schon spuckt einfach eine mitreißende Hymne nach der anderen aus. Starke Stimme, starke Instrumentalisten, starkes Ergebnis: Xion bestätigen ihre bestechende Frühform und machen sich für den großen Wurf bereit.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 11.09.2026
Erhältlich über: Fireflash Records (Edel)
Website: xiontheband.se
Facebook: www.facebook.com/xiontheband
Slider-Pic (c) George Grigoriadis


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