Holystone – Accepting Omega

| 16. Juli 2026 | 0 Comments
Holystone

(c) Holystone

Lange schwarze Mäntel, übergroße schwarze Hüte und blutige Augenbinden: Holystone sind ohne Frage eine bizarre wie faszinierende Erscheinung. Die australische Band meditiert zwischen wüsten Klängen und Wüstenklängen, mit Doom und Psychedelia angereichert, roh und unbequem. Im Vorfeld ihres zweiten Albums kam mit Madison Morris eine neue Bassistin und zweite Stimme an Bord, die gemeinsam mit Gitarrist Wolfe Peterson an vorderste Front gesangliche Vielfalt bietet. „Accepting Omega“ ist die bizarrste musikalische Messe des bisherigen Jahres.

Es ist ein Konzeptalbum rund um die Figur ‚Omega‘ geworden, die das Ende der Welt herbeiführt. In jedem Track geht es darum, wie eine andere Person die nahende Apokalypse erlebt und sich nach und nach Omega ergibt, begleitet von elementaren Themen wie Angstzuständen, Depressionen, Existenzialismus, Sterblichkeit und dem Zusammenbruch der modernen Welt. „Procession“ ist da alleine aufgrund des Songtitels und des Erscheinungsbildes des Trios zentrale Anlaufstelle. Das ellenlange Epos ringt mit sich selbst und dem eigenen Soundbild. Desert-Stimmung, Stoner-Riffs und doomige Schwere finden zusammen, Morris‘ Stimme taucht immer wieder aus den Tiefen des Arrangements auf, während die Gitarre grob aufheult und Jonny Pickvance sein Drumkit verprügelt. Im steten Spannungsfeld zwischen massiver Schwere und psychedelischer Sinnsuche entsteht bizarre Magie.

Auch im weiteren Albumverlauf kollidieren wiederholt Gegensätze, Stimmungen und grundlegende Fragen. Das mächtige „Accomplice – Parts 1 & 2“ beginnt aufbrausend, lässt Peterson das Mikrofon in die Hand nehmen, bevor sich die Australier in einen gemächlichen, entfremdeten Jam zurückziehen und mit furioser Energie durch die Wüste marschieren. Der kantige Opener „The Prophecy (Jaws Of Victory)“ stapft hingegen schwerfällig, schleppt sich aus den Boxen und wird von einem Meer an Distortion beinahe weggespült. Macht aber nichts, denn wenn auf dem Höhepunkt plötzlich beide Stimmen gemeinsam auftauchen und von noisigen Gitarren weggeschossen werden, ist alles eitel.

Nichts hieran ist eitel und schon gar nicht Sonnenschein: Mit ungebrochener Vehemenz überrollt „Accepting Omega“, wieder und wieder. Die offenkundige existenzielle Finalität und das Ringen um den Umgang mit dieser ernüchternden Aussicht schlagen sich in desolater und zugleich mitreißender Musik nieder. Was Holystone hier genau abziehen, lässt sich schwer sagen – Desert und Doom und Psychedelia legen den Grundstein für unbequeme Abhandlungen inmitten wechselweise gespannter und entspannter Atmosphäre, drückend und kauzig, gelegentlich rabiat und dennoch fast spirituell. Das passt zum nicht minder eigentümlichen Auftreten der Australier, die mit einem kurzweiligen Gesamtpaket abliefern.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.07.2026
Erhältlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/Holystonefuzz

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Category: Magazin, Reviews

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