Shadow Of Jupiter – Bones

| 8. Juli 2026 | 0 Comments
Shadow Of Jupiter

(c) Devon Bolton

Erdrückende Heavyness, doomige Wucht und süffige Stoner-Riffs – seit Jahrzehnten ein Erfolgsrezept, das von Bands rund um den Globus immer wieder verfeinert wird. Shadow Of Jupiter reihen sich nahtlos in diese Riege ein. Das Quartett aus Chicago und dem Nordwesten Indianas versteht sich auf eben jene, gekonnt schwerfällige Mischung und feierte mit dem in Eigenregie veröffentlichten Einstand „Porta Coeli“ vor etwa drei Jahren bereits einen Achtungserfolg. Wenig überraschend griff Ripple Music zu, wo nun „Bones“, das zweite Album der Veteranen, erscheint.

Das anderweltliche Funkeln des eröffnenden Titelsongs führt in psychedelische Untiefen, die Band erhebt sich erst nach beinahe zwei Minuten von seinem effektbeladenen Intro und zieht ein überdimensionales Bollwerk auf. Bratende Gitarren, schwerfälliger Groove, bluesiger Doom und komplett anderweltliche Gitarrenarbeit ziehen Parallelen zu Trouble und Corrosion Of Conformity, wahrlich nicht die schlechtesten Referenzen. Selbst ein wenig Monster Magnet schwingt im Schlussakt mit. Ganz anders geht es hingegen „Rumblestrip“ an, gibt sich als schweißtreibender Rocker mit wütenden Desert-Riffs und proto-metallischer Intensität.

Sänger John Piotrowski kann hier und an anderer Stelle wiederholt auftrumpfen – mit seiner kraftvollen, nicht zu hohen und nicht zu tiefen Stimme, die ein energisches Blues-Mittelmaß trifft und auch in doomigen Großtaten von den Sitzen reißt. Eine solche ist „Ugly On The Inside“, breitet mehr als acht Minuten lang seine unheilvollen Schwingen aus und lässt imaginäre Grenzen zum Grunge gekonnt verschwimmen. Im Zeitlupentempo – donnernde Double-Bass-Salven hin oder her – springt man von einem Extrem zum nächsten. „For Heaven Above“ geht es tatsächlich noch einen Tacken gemächlicher an und drückt förmlich die Luft ab. Das verstörende Gitarrensolo schneidet durchs Fleisch.

Shadow Of Jupiter finden ihre ureigene Lücke und kultivieren diese mit wachsender Begeisterung. Mal Rock und mal Metal, mal Blues und mal Doom, mal Psychedelia und mal Stoner – es sind diese feinen Zwischentöne, die „Bones“ so spannend machen. Das US-Quartett spielt mit sehr vertrauten, bestens bekannten Klängen und verleiht dem eingangs erwähnten Erfolgsrezept seine ureigene Würze. Durch die Bank richtig gute Songs, ein exzellenter Sänger und eine Band, die sich mit wachsender, rifflastiger Begeisterung und donnernder Heavyness austobt, lassen genüsslich das schüttere Haupthaar widmen. Shadow Of Jupiter sollte man sich merken.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 10.07.2026
Erhältlich über: Ripple Music (Bertus)

Website: shadowofjupiter.com
Facebook: www.facebook.com/ShadowofJupiterOfficial

Teile diesen Artikel

Tags: , , , , , , , ,

Category: Magazin, Reviews

Demonic-Nights.at - AKTUELLES