TodoMal – Graveyards Of Joy

| 30. Juni 2026 | 0 Comments
TodoMal

(c) TodoMal

Eine glückliche Fügung brachte Christopher B. Wildman und Javier Fernández Milla, zwei Multi-Instrumentalisten und Veteranen der spanischen Underground-Szene, im Jahr 2020 zusammen. Als TodoMal widmet man sich atmosphärischen, düsteren und bittersüßen Doom-Klängen, ergänzt durch Elemente geistlicher Musik, Space Rock, Hard Rock und cineastischer Sounds. Mit ihrem dritten Album „Graveyards Of Joy“ schlägt das Duo bei Season of Mist auf und beschließt damit laut eigenen Angaben eine Trilogie.

In Einsamkeit und unter dem Eindruck einer persönlichen Tragödie geschrieben, befassen sich die neun Songs mit elementaren Gefühlen zwischen Trauer, Wut und der Suche nach Hoffnung. Das wunderbar schwerfällige „Point Of Coalescence“ bringt die Magie dieses Albums wunderbar auf den Punkt. Schleppende Anmut, erstaunlich spirituelle Untertöne und sympathische Heavyness kollidieren mit himmlischen Zwischentönen. Hörbar von der Welt arg in Mitleidenschaft genommen, arbeitet sich Wildman mit seiner entsprechend vorbelasteten Stimme durch diesen monumentalen Track. Zwischen verkappter Hoffnung und rohem Hämmern im Abgang entsteht wundervoll widersprüchliche Magie.

Es ist beileibe nicht das letzte Mal, dass sich TodoMal mit aller Wucht zwischen den Stühlen bewegen. Der abschließende Titelsong „Graveyards Of Joy“ überrascht mit einem freundlichen Refrain, bittersüß und verspielt, in manchen Passagen beinahe operettenhaft und doch stets so erdrückend, so ermüdend. Während Keys und Synths hier ganze Arbeit leisten, zieht „Deliverance“ mit wachsender Begeisterung in unnahbare Untiefen hinab, stellenweise an der Death-Doom-Pforte klopfend, diese dennoch nie durchschreitend. Anmutige Schwere und eine urplötzlich, aus dem Nichts auftauchende Hook mit Goth-Touch verstören in weiterer Folge.

„Graveyards Of Joy“ muss man erst einmal sacken lassen, keine Frage. Deutlich dargebotene, oftmals erdrückende Gefühle treten wieder und wieder an vorderste Front, der Schmerz rund um den Entstehungsprozess ist über weite Strecken spürbar. Zugleich sind TodoMal als Songwriter weiter gewachsen, lassen die Arrangements geschickt kommen, bauen diese vorsichtig auf und halten sich dabei stets von kompletter Überladung und Überforderung fern. Bittersüßer Doom, aufwühlende Atmosphäre und eine tatsächlich gelungene, ungewöhnliche und zugleich faszinierende Verwebung vermeintlich religiöser Einflüsse auf der einen und Soundtrack-Magie auf der anderen Seite gehen unter die Haut. Die Antithese zum Sommer kommt spannenderweise aus Spanien und rundet eine starke Trilogie hochklassig ab.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.07.2026
Erhältlich über: Season of Mist (SPV)

Facebook: www.facebook.com/todomalofficial

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Category: Magazin, Reviews

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