Okay You Win – End Of Days

(c) Isabella Zermani
Ein vergleichsweise junges britisches Quintett überreicht einen Strauß Riffs und verbreitet Stimmung: Die in London ansässigen Okay You Win gibt es tatsächlich erst seit 2023. Eigene Songs entstanden schnell, erste Gigs folgten, um das Material zu testen. Ende 2024 ging es mit den Aufnahmen los, welche den Drive und die Energie der Anfangstage als Band einfangen sollten. Blues Funeral Recordings schnappte zu und gibt „End Of Days“ eine exzellente Bühne, um den Mix aus Stoner- und Desert-Riffs, Grunge Metal, Alternative, Psychedelia und Doom so richtig auszukosten.
Lärmend erhebt sich der Opener „Smoke“ aus den Untiefen und rockt schließlich furztrocken los. Gewisse Vintage-Vibes treffen auf die kraftvollen, mitreißenden Vocals von David Kirk, während sich eine gewisse Doom- und Desert-Atmosphäre ausbreitet. Brütende Heavyness, ausufernde Solopassagen und ein wunderbar verplanter Mittelteil, der sich komplett von irdischen Sphären lossagt, garnieren den verschwitzten Opener. Darauf folgt mit „Beat Me Down“ direkt ein Achtminüter, der längste Song dieses Albums. Hauptohrenmerk gilt den gekonnten Tempovariationen, mal verschleppt und herausfordernd, dann wieder forsch und drückend, während Kirks mächtige Stimme fast sirenenartig abhebt.
Darf es ein wenig schneller und kompakter sein? „Red Flag“ dreht die Schlagzahl ordentlich nach oben und macht einfach. Furioser Punk-Drive, die wütend peitschende Rhythmusabteilung und komplett verrückte Leads punkten mit Stoner-Charme. Davon könnte „This Damned Place“ kaum weiter entfernt sein und verlegt die Wüste in einen Keller in Birmingham. Proto-Metal, süffiger Doom-Chic und sehnsüchtige Gitarren, die nur endlosen Sand im Visier haben, leben und lieben die konsequente Entschleunigung. Stellenweise scheinen Okay You Win sogar in Transistor-Party-Gefilden anzudocken, nur um mit ruppigem Nachdruck die imaginäre Kurve zu kratzen.
Okay You Win verwenden vertraute Zutaten, um ein angenehm eigenwilliges Süppchen zu kochen. Vieles hieran kennt man bestens, von den abgehangenen Riffs über die bratende Heavyness bis hin zur doomigen Schwere und dem Stoner-Drive. Und doch setzen die Briten all das auf angenehm frische Weise zusammen, bevorzugt in überlange Tracks verpackt, und sind obendrein mit einem exzellenten Sänger gesegnet. „End Of Days“ riecht geradezu wie ein kleiner Club, mitten ins Gewölbe geschlagen, wo der Sound von allen Seiten gleichzeitig attackieren kann. Kurzweilige Intensität, ausufernder Charme und etwas andere Wüstenenergie sorgen für einen Einstand nach Maß, der schon jetzt ohne Frage nach viel, viel mehr verlangen lässt.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 26.06.2026
Erhältlich über: Blues Funeral Recordings (Cargo Records)


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