10,000 Years – Esox Lucifer

| 3. August 2026 | 0 Comments
10,000 Years

(c) 10,000 Years / Ripple Music

Seit ihrer Gründung vor sechs Jahren glänzen 10,000 Years durch ordentlich Output und starke Riffs. Das schwedische Trio entwickelte sich im Laufe der Zeit von einem Stoner-Sludge-Powerhouse zu Sci-Fi-Horror-Masterminds mit gelegentlichem Doom- und Psych-Einschlag. Speziell letztere Facette wird mit dem zweiten Werk für Ripple Music nun deutlich intensiviert. „Esox Lucifer“ verbindet existenzialistischen Horror mit spacigen Klängen und erdigen, drückenden Gitarrenwänden.

Stellvertretend für diesen alten, neuen Wahnsinn steht das urgewaltige „Church Of The Red Museum“, das erst einmal richtig schön Druck macht und mit vertrauten Riffattacken arbeitet. Alex Risberg singt so kraftvoll und energisch wie eh und je, Schlagzeug und Bass treiben das Geschehen an. In der zweiten Hälfte verschieben sich die Vorzeichen schrittweise. Mehr Melodie, etwas psychedelische Entfremdung und furiose Zwischensprints eskalieren in aller Gemächlichkeit. Selbst das erdige „Two Million Stones“ wirkt von anderweltlichen Einflüssen bestimmt, steht an einer Art imaginärem Abgrund und wird von blastenden Salven kurzzeitig zerlegt.

Wie weit 10,000 Years inzwischen als Songwriter gekommen sind, zeigt sich natürlich in den beiden überlangen Tracks. Der Titelsong „Esox Lucifer“ bäumt sich mächtig auf, holt wieder ein paar der inzwischen seltener gewordenen Sludge-Druckphasen zurück, verliert sich aber zugleich mittendrin minutenlang in instrumentaler Sinnsuche. Das schleichende, spacig-psychedelische Ende kommt richtig gut. „Fleur De Sledgehammer“ mag einen Hauch kürzer sein, fällt mit seiner eigenwilligen Melodik und den aggressiven Vocals aber sogleich auf. Die Schweden spielen mit Kontrasten, langen zwischendurch schwermetallisch zu und tauchen dennoch in verträumte Gefilde ab. Abgründige Hoffnung passt prima ins Bild.

Einmal mehr setzen 10,000 Years ihren interstellaren Kurs zu neuen Ufern fort. Wo diese exakt liegen, bleibt etwas nebulös, doch ist der Weg ein unterhaltsamer. Sludge und auch Doom rücken etwas weiter in den Hintergrund, dafür treten die Riffs gefühlt noch wuchtiger und prominenter auf. Es sind allerdings die psychedelischen bis spacigen Einschübe sowie melodischen Zäsuren, die „Esox Lucifer“ so spannend machen. In manchen Momenten glaubt man sogar, eine andere Band vor sich zu haben. Letztlich findet die Summe der einzelnen Teile nach ein paar Durchläufen zusammen und unterhält auf allen Ebenen. Wieder etwas anders, wieder richtig gut: 10,000 Years setzen ihren Lauf souverän fort.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 07.08.2026
Erhältlich über: Ripple Music

Facebook: www.facebook.com/TenThousandyrs

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Category: Magazin, Reviews

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