Playgrounded – A Flower To Water

(c) Ash Winter-Sim
Manche Bands muss man erlebt haben, um sie zu begreifen: Das Happening, das Playgrounded alleine schon auf Platte abziehen, ist mehr als beeindruckend. In Griechenland gegründet und mittlerweile vornehmlich im niederländischen Rotterdam ansässig, konzentriert sich das Quintett auf eine ungewöhnliche Kombination aus Progressive und Post Rock und Metal sowie brodelnder Elektronik. Viereinhalb Jahre nach „The Death Of Death“ gibt es endlich Nachschub: „A Flower To Water“ fokussiert sich auf seine musikalischen Gegensätze, befasst sich mit Verlust und Abwesenheit und ergründet die Rolle von Erinnerungen in diesem Umfeld.
Die bleierne Schwere zum Beginn von „Counting Embers“ überrascht dennoch und serviert doomig angehauchten Post Metal der bedrohlichen Sorte. Erstaunlich intime, elektronisch befeuerte Strophen bieten dem wüsten Treiben die Stirn, bis schließlich beide Welten zusammengeführt werden – ein einfacher wie cleverer Kunstgriff, der Playgrounded aufblühen lässt. Speziell der Gesang von Stavros Markonis fällt großartig und gefühlvoll aus, trifft ohne Umwege mitten ins Herz und wird im kathartischen Finale durch das gesprochene Wort ergänzt. Im Vergleich dazu wirkt „Snow“ brav und unscheinbar, lässt sich fast ausschließlich synthetisch treiben und bemüht stetes Blubbern im Angesicht der Suche nach nicht näher benannten Gedankenwelten.
Eingerahmt wird diese Platte vom zweigeteilten Titelsong. „A Flower…“ eröffnet mit schüchternen, bedächtigen Gitarrentönen und filigranem Neo Prog. Langsam, aber sicher setzt sich die Distortion durch, darf die Gitarre singen und quengeln, doch bleibt es bei aller Heavyness und einem kleinen Djent-Einschub erstaunlich gemächlich. Auch „…To Water“ hat nicht vor, irgendwas übers Knie zu brechen. Mehr Synthetik, nachdenklicher Gesang und vorsichtiges Aufbäumen erzeugen eine Art-Rock-Wand, der nächste Gang wird konstant erwartet. Erst in der Schlussminute setzt der Rest der Band so richtig ein, serviert einen sägenden Monolithen nebst anmutigen Vocals – drückend, melancholisch und doch erstaunlich erhaben.
Solche Gegensätze sind bei Playgrounded freilich keine Seltenheit, werden hier jedoch mit Gusto auf die Spitze getrieben. Der imaginäre Graben zwischen den musikalischen Extremen wächst noch ein wenig, zwischen brütender Heavyness, filigraner Elektronik, konzentrierter Trauerarbeit und proggiger Verspieltheit entsteht ein abermals schwer in Worte zu fassender Sound, der sich zwischenzeitlich ein eigenes Genre zu basteln scheint. „A Flower To Water“ lädt auf eine endlose Reise ohne klar definiertes Ziel ein, ringt mit Erinnerungen und klingt in jeder Hinsicht größer, reifer, immersiver. Die griechischen Post-Prog-Künstler aus den Niederlanden zeigen sich einmal mehr bestens aufgelegt.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 18.09.2026
Erhältlich über: Pelagic Records (Cargo Records)
Website: playgrounded.net
Facebook: www.facebook.com/playgrounded


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