Temple Of Dread – Dreadspawn Dominion

(c) Toni B. Gunner
Einmal mehr reiten die Friesen Temple Of Dread mit ihrem klassischen, brutalen bis sägenden Death Metal aus, um alles zu zerlegen, was sich in den Weg stellt. Seit dem vor knapp zwei Jahren erschienenen „God Of The Godless“ wuchs man vom Trio zum Quintett, Bassist Andi Bauer und der zweite Gitarrist Daniel Maurer sind inzwischen mit an Bord. An der grundlegenden Präsentation hat sich wenig geändert, man widmet sich weiterhin der alten Schule und befasst sich mit überwiegend mythischen Themen. Die zuletzt eingesetzten düsteren Elemente wurden jedoch weiter verstärkt. Entsprechend wuchtig und beklemmend gibt sich „Dreadspawn Dominion“.
Tracks wie „Hybrid Horde Eternal“ bringen die Mission in aller Kürze auf den Punkt. Temple Of Dread brauchen bloß dreieinhalb Minuten, um einfach mal mit Anlauf alles in Schutt und Asche zu legen. Konsequentes Sägen, ein paar manische Untertöne, aber auch ein erstaunliches finsteres Breakdown mit einem wachen Auge auf Death Doom mischen mit, bevor es Hals über Kopf zurück in die Action geht. Rasiermesserscharfes Solo drüber, fertig ist das Ding. Noch einen Tacken kürzer, aber ähnlich kompromisslos gibt sich „Rites Of Blasphemy“. Die Herren aus Norddeutschland machen ab der ersten Sekunde Druck, fallen kurzzeitig in ein quälendes Loch und überfordern im Anschluss komplett.
Das Langformat bekommt dem Quintett ebenfalls gut und bietet den nötigen Platz, um das Faible für Düsternis auszuleben. „Death March“ mag seine konsequente Schwerfälligkeit, schält sich zäh aus den Boxen und legt einen toxischen Walzer aufs Parkett, während die Gitarren in der zweiten Hälfte fast so etwas wie eine faulige Melodie andeuten. Das abschließende „Infernal Eternity“ kratzt sogar an der Sechs-Minuten-Marke, legt furios los, stolpert aber wiederholt einen finsteren Abhang hinab. In den Untiefen des Seins warten unbequeme Erkenntnisse, während die Ewigkeit der Unterwelt frohlockt und mit einem exzellenten instrumentalen Finale alles überstrahlt.
Ob knüppelhart oder zäh wie sonst was – Temple Of Dread zeigen sich einmal mehr von ihrer besten Seite. Das erweiterte Line-up bringt noch einen Tacken mehr Wucht mit, das Spiel mit roher Gewalt und erdrückender Schwere kommt richtig gut. „Dreadspawn Dominion“ taucht wieder und wieder in halbwegs faulige Untiefen ab und fühlt sich dort hörbar wohl. Mit der geballten Intensität der alten Schule, exquisitem Storytelling und dem geschickten Wandeln am eigenen Abgrund legen die Friesen einen weiteren Leckerbissen der tödlichen Art hin. So und nicht anders geht das.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 07.08.2026
Erhältlich über: Testimony Records
Facebook: www.facebook.com/TempleofDread


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