Moloken – Moloken

| 21. September 2026 | 0 Comments
Moloken

(c) Marcus Norman

Alle paar Jahre tauchen Moloken mit einer durch Mark und Bein fahrenden Platte auf, machen ordentlich Lärm und verschwinden erneut. „Unveilance Of Dark Matter“ landete Ende Jänner 2020 zu einer etwas ungünstigen Zeit und konnte im Anschluss nur bedingt präsentiert werden. Mittlerweile sind die Schweden zurück bei Discouraged Records, wo ihre ersten Alben erschienen, und widmen sich gewohnt schwerer Kost. Schlicht „Moloken“ betitelt, befassen sich die Herren aus Umeå mit der Belastung durch Bewusstsein, Tod und Ewigkeit.

Und das geschieht auf gewohnt brutale Weise, zwischen Doom, Sludge, Post Metal und ein paar schwarzmetallischen Untertönen, bloß mit deutlich mehr nordischer Folklore als zuletzt. Das zeigt sich vor allem in diversen Intros und Outros, aber auch in kompletten Songs wie „En Lek Med Döden“, die von ominöser Reduktion und akustischer Instrumentierung leben. Tracks wie „Fault Line“ zelebrieren hingegen das, was man sich von Moloken erwartet: desolater Doom-Sludge, etwas Prog und Post dazwischen, gereizte Atmosphäre und geradezu schwarzmetallische Eruptionen. Der stete Spannungsaufbau eines „Fragments Of Dark Matter“ lässt sich treiben, bevor heisere Screams alles zerlegen.

Wie weit die Schweden inzwischen als Songwriter gekommen sind, unterstreicht „A Night Vision Revealed (Asterion, Pt. I)“. Sieben Minuten Prog Rock/Metal bricht ein wenig mit vergangenen Großtaten und verbindet düstere Atmosphäre mit etwas Hoffnung und Melodie. Viel typischer ist da schon „Eternal Sleep“, dessen giftige Rhythmusabteilung den ganz großen Wurf vorbereitet und letztlich in doomiger Schwere am Stand durchdreht. Nahezu konstantes Kratzen und Beißen, die mittlerweile bekannten Vergleiche mit Cult Of Luna, aber auch eine niedergeschlagene Form von semi-melodischen Riffs finden für ein überlanges, erdrückendes Epos zusammen.

Eine große musikalische Revolution gibt es nicht, dafür fokussiertes Understatement mit gelegentlichen kathartischen Wutausbrüchen. Tatsächlich sind Moloken – zumindest für ihre ansonsten aufbrausenden Verhältnisse – etwas nachdenklicher, melodischer und progressiver unterwegs. Das selbstbetitelte neue Album verknüpft elementare existenzielle Fragen mit deutlich größer wirkender Musik, mit ausladenden Spannungsbögen und der Suche nach Bedeutung in der vermeintlichen Bedeutungslosigkeit des Seins. Und doch langen die Schweden nach wie vor wütend, heiser, rasend und zermürbend schwerfällig zu – eine weitere interessante Evolution, die erneut Zeit und Geduld verlangt, die sich ernst nach mehreren Durchläufen erschließt, die zugleich richtig stark ausfällt und anhaltende Faszination ausstrahlt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 25.09.2026
Erhältlich über: Discouraged Records

Website: moloken.net
Facebook: www.facebook.com/Molokenofficial

Teile diesen Artikel

Tags: , , , , ,

Category: Magazin, Reviews

Demonic-Nights.at - AKTUELLES