Child – Rebirth

| 23. Juni 2026 | 0 Comments
Child

(c) Child / Heavy Psych Sounds Records

Verschwitzter, bluesiger Hard Rock aus der Seele Melbournes mit einer musikalischen Tradition, die bis Birmingham und Woodstock reicht: Child sind dem Underground ihrer australischen Heimat längst entwachsen. Ihre bisherigen drei Alben mit Blues-Ausritten, Psychedelic-Weisheiten und Stoner-Riffs sind kleine Geheimtipps, live sind die Herren eine unbestrittene Macht. Kraftvoll, energisch und beseelt geht es auch auf „Rebirth“ weiter, bloß fällt der Einstand für Heavy Psych Sounds deutlich härter und groovender aus.

Siebeneinhalb Minuten Muskelmasse zu Beginn, schwerfällig und unheimlich kraftvoll: „Woman Like You“ ist das, was man einen Einstand nach Maß nennt. Drückende Heavyness trifft Mathias Norways fantastische Vocals mit Croon- und Blues-Untertönen. Der Schweiß trieft förmlich von der Decke, während eine feinsinnige Schleife nach der anderen den Monolithen anschwellen lässt. Überlebensgroße Gitarrenwände, ein herrlich ausladendes Solo und plötzliches Abdriften in ein noisiges Fade unterhalten. Im Vergleich dazu wirkt das folgende „Forgot How To Love“ flott und konventionell, haut eines der besten Riffs der gesamten Platte raus und lässt nebenher die Hüften ein wenig kreisen.

Die ruhigen, bluesigen Töne von „I Tried“ schaffen einen angenehmen Gegenpol. Auch hier darf das Arrangement langsam, aber sicher wachsen, findet aber doch wiederholt zu seinem ruhigen Leitmotiv zurück. Eine deutlich lautere zweite Hälfte mit vereinzelten Stoner-Riffs und sogar einer Prise Proto-Doom lockert das Geschehen auf. AOR- und Americana-Einflüsse tauchen in „Heavy Load“ auf und geben sich willkommener Eingängigkeit hin, während sich „Cold Shoulder“ aus vermeintlicher Idylle und Gemächlichkeit zu einer regelrechten Monstrosität vorarbeitet – laut, drückend, schwerfällig und doch sofort im Ohr.

Massiv, intensiv, voller Soul und Blues: Child setzen einen mutigen Schritt in die richtige Richtung. Die drei Australier verlassen sich auf hörbar mehr Volumen, erdrücken mit ihren Riffwänden geradezu, vergessen dabei aber keinesfalls auf die Feinheiten ihres Sounds. Psychedelische Ausritte, klassische Rock-Melancholie, feinsinnige Hooks und das Spiel mit Laut-Leise-Dynamik schaffen Magie. „Rebirth“ ist durchaus eine Wiedergeburt auf Raten, fällt größer und eindrucksvoller aus, ohne dabei auf den Song an sich zu vergessen. Mit einer wahren Ausnahmestimme an vorderster Front kann man so und so wenig falsch machen. So geht Rock.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 26.06.2026
Erhältlich über: Heavy Psych Sounds Records (Cargo Records)

Website: www.childtheband.com
Facebook: www.facebook.com/childtheband

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Category: Magazin, Reviews

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