Witchsorrow – The Devil And All His Works

(c) Leanne Elizabeth
Die sprichwörtlichen Mühlen mahlen bei Witchsorrow gerne etwas langsamer – bei einer Doom-Band wenig verwunderlich. Tatsächlich hat das bislang letzte Album „Hexenhammer“ nunmehr stolze acht Jahre auf dem Buckel. Necroskull und Emily Witch konzentrierten sich mehr denn je auf die düstere, bittersüße Essenz des Genres, Drummer Wilbrahammer ist auf dem neuen Streich ein letztes Mal zu hören (Scott „Doom“ Taylor übernimmt seine Rolle ab sofort). „The Devil And All His Works“ bringt den Sound von Cathedral und Saint Vitus mit okkulten Motiven und dem steten Kampf zwischen Gut und Böse zusammen.
Einen epischen Auftakt versuchen viele, doch das britische Trio haut zu Beginn gleich elfeinhalb Minuten monolithische Masse raus: „Omnia Finiuntur“ eröffnet mit Glockenschlag und einer Orgel, bevor die Band einsetzt und die obligatorische bleierne Schwere bemüht. Je länger der Track dauert, desto fieser und finsterer wird er. Necroskull ist hörbar mies gelaunt, spuckt seine Vocals teils einfach nur aus, bevor ein beklemmender Schlusspart nach Abstecher ins Sägewerk zurück zur unheilvollen Orgel findet. Krasses Gegenstück ist „In Triumph We Rot!!!“, ein kurzer und drückender Wellenbrecher, für den sich Witchsorrow zu ihrem Leben im Zeichen des Doom bekennen. Der direkte Hieb in die Magengrube funktioniert.
Auf andere Weise mächtig ist „Bacchus“, das die okkulte Süße gekonnt auf die Spitze treibt und die Gitarre singen lässt. Im abschließenden Epos „A Quintessence Of Dust“ steuert Sammy Urwin von Employed To Serve eine mächtige Lead bei und sorgt während der plötzlichen Explosion zur Songmitte für shreddende Intensität. Dieser Zwischensprint steht den Briten verdammt gut zu Gesicht und rundet ein Highlight dieses Albums gekonnt ab. Erneuter Glockenschlag macht schließlich das Licht aus. Urwin ist aber nicht der einzige Gast: Serena Cherry (Svalbard, Nocturne) brüllt und growlt mit wachsender Begeisterung durch das metallische, dreckige „Hades Chains“.
Puristisch, süffig, erdrückend: Witchsorrow ziehen auf ihrem ersten Album seit viel zu langer Zeit sämtliche Register und räumen ab. „The Devil And All His Works“ ist eine musikalische Wand geworden, zugleich angenehm vielseitig in einem vermeintlich schmalen Rahmen. Sägende Riffs, mal wütende und mal hymnische Vocals, beißende Melodien und pure, ungefilterte Heavyness passen wie Arsch auf Eimer zusammen. Die konsequente Überforderung dieser Platte macht absolute Laune, gibt sich traditionsbewusst und wirkt doch nie aus der Zeit gefallen – eben Doom Metal der mitreißend-urigen Sorte, der das Kleinhirn mit wachsender Begeisterung zerlegt.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 03.07.2026
Erhältlich über: Church Road Records
Facebook: www.facebook.com/witchsorrowdoom
Slider-Pic (c) Leanne Elizabeth


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