Cathedral – In Memoriam 2015

| 8. Juli 2015 | 0 Comments
Cathedral

(c) Rise Above Records

Mit der Veröffentlichung von „The Last Spire“ 2013 waren Cathedral Geschichte. Das Requiem der britischen Doom-Legenden wurde zum Siegeszug, zu einer kurzen Reise durch 24 ereignisreiche Jahre. Gitarrist und Mitbegründer Gary Jennings trat zuletzt mit Death Penalty und Lucifer in Erscheinung, Stimme und Gründervater Lee Dorrian hingegen kümmert sich um sein Label Rise Above Records und den eigenen Backkatalog. Aus diesem erscheint nun „In Memoriam 2015“, eine erweiterte Wiederauflage des ersten Cathedral-Demo-Tapes aus dem Jahr 1990.

Eine knappe halbe Stunde dauert dieser Aufgalopp, von dem es einzig „Ebony Tears“ letztlich auf das Debütalbum „Forest Of Equilibrium“ schaffen sollte. Dorrian ist hier, wie auch auf den übrigen Songs, stimmlich noch nahe bei Napalm Death und lässt seine Grindcore-Wurzeln durch tiefe Growls durchschimmern. Wirklich gesungen im klassischen Sinn wird hier nicht. Ein Hauch Death Metal hält ebenfalls Einzug und deutet an, was Cathedral auf ihren ersten Alben bewerkstelligen würden. Besonders der zittrige, trostlose Opener „Mourning Of A New Day“ begeistert und hat die letzten zweieinhalb Jahrzehnte erstaunlich gut überstanden.

Cathedral belassen es aber nicht bei einem bloßen Re-Release und ergänzen „In Memoriam“ durch den Audio- und Videoteil einer raren Liveshow aus dem niederländischen Groningen. Dieser Auftritt aus dem Jahr 1991 lässt zwar wenig vom Publikum hören, ist in seiner rohen, bedrohlichen Energie aber unvergleichlich und hat überdies zwei weitere Frühwerke zu bieten – das vergleichsweise schnelle, knüppelharte „Commiserating The Celebration“ und das süffige, bleierne „Neophytes For The Serpent Eve“, das nach Old School Death Metal im Zeitlupentempo klingt.

Freilich ist dieses erweiterte Demo-Tape ein Release, an dem hauptsächlich hartgesottene Cathedral-Fans ihre Freude haben werden. Dabei zeigt sich auf „In Memoriam 2015“, in welcher bestechenden Frühform die Doom-Legenden zu Beginn ihrer llustren Karriere waren. Der schroffe, ranzige Sound täuscht keineswegs über die spätere Liebe für süffige Melodien und bleierne Riffs hinweg – ein weiteres grandioses Requiem für die britischen Genre-Vorreiter.

Ohne Wertung

Erhältlich ab: 10.07.2015
Erhätlich über: Rise Above Records (Soulfood Music)

Website: www.cathedralcoven.com
Facebook: www.facebook.com/cathedral

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Category: Magazin, Reviews

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