Witchsorrow – No Light, Only Fire

| 5. Oktober 2015 | 0 Comments
Witchsorrow

(c) Ester Segarra

Vor drei Jahren beschworen Witchsorrow Armageddon herauf, zumindest für die Figuren ihres Albums „God Curse Us“. Zum Zusammenbruch oder gar Untergang ist es nicht gekommen, die Protagonisten stehen nun vor den Trümmern ihrer Existenz und müssen weitermachen. Hier setzt nun „No Light, Only Fire“ ein, das für das britische Trio zur Reifeprüfung wird. Kann die Serie richtig starker Doom-Brocken zwischen Proto-Ursuppe und einem Hauch Stoner tatsächlich fortgesetzt werden?

Spoiler Alert: Ja, und zwar mit beneidenswerter Leichtigkeit. Trouble, Black Sabbath und Reverenz Bizarre stehen Pate, wenn das Trio 64 Minuten lang durch das Gebälk rumpelt mit wachsender Begeisterung. So mancher Querverweis auf die Klassiker des Genres ist natürlich dabei, vor allem im über 14 Minuten andauernden, das Album beschließenden Mammut „De Mysteriis Doom Sabbathas“. Gerade der Schlussteil packt das klassischste aller Teufels-Riffs aus, nachdem es sich zuvor aus den Zeitlupen-Fesseln seiner Existenz befreit hat. Einzig der leidende, gewohnt dramatische Gesang distanziert das Gehörte ein wenig vom Drone-Gesamtkonzept.

Aber auch die vergleichsweise kürzeren Tracks haben es in sich, allen voran die kuriose, leicht stockende und doch so herzlich jubilierende Hymne „Made Of The Void“ mit dem seltsam hervorgepressten Refrain und dem furztrockenen Riff – positiv seltsam und anders. Der Opener „There Is No Light There Is Only Fire“ wird für Band-Verhältnisse gar zur Uptempo-Schlacht, arbeitet geschickt mit kleinerne Pausen und Stoner-Untertönen – metallisch, bissig und doch so süffig.

Die beiden anderen Monolithen können leider nicht ganz mit dem 14-Minüter mithalten, sind aber dennoch alles andere als schlecht. Interessanterweise agieren Witchsorrow dieses Mal eine Spur souveräner, wenn sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und ihre Husarenritte deutlich abkürzen. Immerhin hält „No Light, Only Fire“ locker und leichtfüßig – sofern man das bei Doom überhaupt sagen darf – das Niveau seiner Vorgänger und gießt schweren Bordeaux in Nebelschwaden.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 02.10.2015
Erhätlich über: Candlelight Records (Soulfood Music)

Facebook: www.facebook.com/witchsorrowdoom

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Category: Magazin, Reviews

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