Ingested – Denigration

| 6. Mai 2026 | 0 Comments
Ingested

(c) Daniel Rydings

Vor drei Monaten warfen Ingested Josh Davies aus der Band (später bekannt gewordene Anschuldigungen bestreitet Davies entschieden) und sind aktuell ohne Frontmann unterwegs. Während die britischen Deathcore-Veteranen zu ihrem 20. Geburtstag nach einem Nachfolger suchen (Adam Mercer von Deathstroke kümmert sich aktuell um die Live-Performances), nahmen die beiden Gitarristen Sean Hynes und Andrew Virrueta die kompletten Vocals für das nunmehr achte Studioalbum der Band komplett neu auf. „Denigration“ macht seine Sache unter den Umständen erstaunlich gut.

Bereits der Opener „Dragged Apart“ haut ordentlich rein. Auf ein ausgedehntes, mystisches Intro folgt der ultimative Geschwindigkeitsrausch. Im Grenzgebiet zwischen Deathcore, Brutal Death und anderen Extreme-Spielarten bäumt sich ein dreckiger, hektischer Monolith auf. Wiederholte Tempoverschärfungen, kurze verschleppte Passagen und Skyler Conder von Cell als Gast in Höchstform erinnern an alte Großtaten. Ähnlich stark ist das folgende „Merciless Reflection“ mit Unterstützung von Damonteal Harris (PeelingFlesh). 191 Sekunden massives Bollwerk und wütende, gutturale Growls und Brees torpedieren sämtliche Sinne mit wachsender Begeisterung.

Ingested toben sich in weiterer Folge mit wachsender Begeisterung aus. „Beaten Beyond The Veil“ ist von schmackhafter Hässlichkeit geprägt, scheint zwischendurch fast zu grooven und breitet doch schnell, urplötzlich seine brutale Gewalt aus. Marginale Variationen, derbe Drops und dröhnende Heavyness drehen die Uhr ein paar Jahrzehnte zurück. „Watch You Fold“ sichert sich zudem mit John Gallagher von Dying Fetus echte Prominenz. Passenderweise steigen die Death-Metal-Anteile ein wenig, während „Dredge The Dark“ mit Kyle Medina (Bodysnatcher) einfach nur in bestem Sinne überfordert – viel derber geht es nicht. Die manische Energie von „Cold Sun“ kommt da gerade recht.

Zwar erfinden sie das Rad nicht neu, klingen dafür aber bestens gelaunt: Ingested langen ab der ersten Sekunde beherzt zu und ziehen ihre Stiefel gut 40 Minuten lang mit wachsender Begeisterung durch – mit kleinen Überraschungen, prominenten Gästen und giftiger Energie. Die Umstellung an vorderster Front schadet „Denigration“ rein gar nicht, lässt die Platte sogar noch eine Spur ranziger wirken und tankt sich mit schmackhafter Brutalität durch. Die personelle Situation mag zum runden Geburtstag etwas schwierig sein, doch musikalisch bleiben Ingested eine Klasse für sich im abgefuckten Deathcore-Feld.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 08.05.2026
Erhältlich über: Metal Blade (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/ingesteduk

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Category: Magazin, Reviews

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