Kal-El – Astral Voyager Vol. 2

| 27. Juli 2026 | 0 Comments
Kal-El

(c) Kal-El

Vor etwa einem Jahr begannen Kal-El ihre Odyssee durch mehrere Dimensionen: „Astral Voyager Vol. 1“ stellte die interstellare Kopfgeldjägerin Mica vor, die durch Raum und Zeit reist, während sie selbst von der Entität ‚The Nine‘ verfolgt wird. Diesen Faden spinnen die fünf Norweger nun weiter und stellen ihn in einen größeren Kontext rund um die Gefahr von Manipulation und das Ringen um Individualität gegen unsichtbare größere Mächte. „Astral Voyager Vol. 2“ hebt ab.

Der mächtige Opener „Juno“ bringt den mittlerweile vertrauten Sound zwischen Stoner, Doom und Space Rock sogleich auf den Punkt. Der Captain singt in gewohnt guter Form, widmet sich immer wieder höheren Registern und packt doch so unheimlich viel Kraft in seine Stimmbändern. Von der gewohnt stampfenden Rhythmusabteilung getragen, sägen und singen die Gitarren nebst einer kleinen, aber feinen Portion unendlicher Sehnsucht. Die hat auch „Pan“ für sich gepachtet und holt den einen oder anderen psychedelischen Exkurs hinzu. Geradezu majestätische Heavyness stellt sich dagegen, das imaginäre Gebälk erzittert regelrecht, ganze Raumschiffe erleiden Hüllenbruch.

In gleich mehrfacher Hinsicht stellt „The Nine“ wohl das Highlight da. Mehr als zehn Minuten Klang- und Sinnsuche unterstreichen die musikalische Entwicklung Kal-Els eindrucksvoll. Wie sich diese Monstrosität langsam, aber sicher aus dem nebulösen Aufgalopp erhebt, ist ganz großes Kino. Pure, ungefilterte Schwere im luftleeren Raum trifft auf erstaunlich verspielte Gitarren, die im ausgedehnten Mittelteil nach Identität suchen und wiederholt einen semi-melodischen Ausbruch proben. Der in aller Gemächlichkeit wüste, doomige Abgang passt da perfekt ins Bild. Apropos Abgang: „Asteroid“ beschließt diese Platte majestätisch und drückend, erhebt sich zu konstant eskalierenden Schleifen und lässt Gitarre sowie Captain in höchsten Höhen solieren.

Landung geglückt: Während das Schicksal der Heldin gerne etwas offen gehalten wird, machen Kal-El auf dem zweiten Teil ihrer Weltraumsaga alles richtig. Jeder einzelne Song macht Laune, vielleicht ohne das eine große Riff oder den überwältigenden hymnischen Moment, dafür in seiner Gesamtheit einmal mehr verdammt großes Kino. „Astral Voyager Vol. 2“ überzeugt durch seine Geschlossenheit, durch ausgefeiltes Songwriting und richtig gutes Storytelling. Die Norweger spielen ihre gesamte Klasse mit wachsender Begeisterung aus, nähern sich der Überforderung und finden doch einen grandiosen Weg nach vorne. In dieser Form darf es sehr, sehr gerne weitergehen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 20.03.2026
Erhältlich über: Majestic Mountain Records

Website: www.kal-el.no
Facebook: www.facebook.com/kalelproject

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Category: Magazin, Reviews

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