Mörkekraft – Fragments

| 4. Mai 2026 | 0 Comments
Mörkekraft

(c) Roger Henriksen

Hier ist ein Name, den sich Freude knackiger Riffs merken sollten: Mörkekraft kommen aus dem südlichen Norwegen und haben sich einer Mischung aus Stoner Rock, Hard Rock und düster angehauchter Psychedelia verschrieben, was ihnen unter anderem die Beschreibung ‚depressive Thin Lizzy‘ einbrachte. Ihr erstes Album wurde während zwei Sessions im Vorjahr aufgenommen, inspiriert von nordischer Landschaft und elementaren Themen wie Existenzkämpfen, inneren Konflikten und der Suche nach Bedeutung im Leben. „Fragments“ könnte ihr fuzziger großer Wurf sein.

Wie „Follow The Spiders“ sofort in die Vollen geht, das Tempo etwas anzieht und gleichzeitig sogar groovt, macht Laune. Die kraftvollen Vocals von Tommy Jansen Loennechen gehen direkt ins Ohr, die Rhythmusabteilung arbeitet solide im Hintergrund und das Riff brennt sich ein. Selbst für einen kurzen, hymnischen Chorus bleibt Platz. Natürlich erinnert das an die Urväter des Genres, während das psychedelisch angehauchte Breakdown in der zweiten Hälfte auf ganz andere Weise verzaubert. Danach erhöht „Shine Your Light“ die Schlagzahl unwesentlich, bringt ein wenig Proto-Metal ein und definiert sich über erdrückende Schwere – fast schon schlicht, aber verdammt unterhaltsam.

Mörkekraft ziehen ihren Stiefel konzentriert durch, was ihnen gut bekommt. Der verschwitzte, treibende Sechsminüter „Kaleidoscope“ rockt einfach nur, hat stellenweise etwas von der Ursuppe der NWOBHM, nur um im nächsten Moment wieder Kurs auf die Wüste zu halten. Übersichtliche Variationen des Leitmotivs und konstanter Fluss gestalten das Langformat unterhaltsam. Es passiert eigentlich wenig, doch kriegt man den Song nicht aus dem Kopf. Auch „Virgil“ tobt sich aus, wenngleich in traditionelleren Rock-Gefilden unterwegs. Da bleibt schon mal Platz für das eine oder andere Blues-Riff, bevor sich der Gesang in höchste Höhen schraubt. Kurze instrumentale Ausritte im Schlussakt machen den Giganten über jeden Zweifel erhaben.

Geschickt tanken sich die Norweger durch mehrere Rock-Jahrzehnte und drücken diesen ihren ureigenen Stempel auf. Der Einstand von Mörkekraft hat ein gewisses Faible für Wüstenriffs, was nicht überraschen dürfte, transportiert diese jedoch in ein vielfältiges Heavy-Rock-Umfeld, das von den Wurzeln des Hard Rock über Proto-Metal bis hin zur NWOBHM und darüber hinaus reicht. Mit einem Hauch Blues und Psychedelia on top entwickelt sich „Fragments“ zur Sammlung verschwitzter, mitreißender Songs, wie aus der Zeit gefallen und doch angenehm erfrischend. Das Trio aus dem hohen Norden punktet mit seinem kurzweiligen, exzellenten Einstand auf ganzer Linie.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 08.05.2026
Erhältlich über: Octopus Rising / Argonauta Records

Website: morkekraft.com
Facebook: www.facebook.com/morkekraft

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Category: Magazin, Reviews

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