Cage Fight – Exuvia

| 30. April 2026 | 0 Comments
Cage Fight

(c) Andy Ford

Ihr erstes Album veröffentlichten Cage Fight vergleichsweise schnell. Der gleichnamige Einstand aus dem Jahr 2022 der Band um James Monteith von Tesseract war das Ergebnis eines wahren Songwriting-Laufs. Erst danach begann man sich genauer mit dem eigenen Sound auseinanderzusetzen und diesen weiterzuentwickeln. Mit Will Horsman ist ein neuer Bassist an Bord, der gleich Texte zu zwei Songs beisteuerte, zudem wollte man den eigenen Hardcore-Ansatz konzentriert vertiefen. Passend dazu der Titel: „Exuvia“ beschreibt die Haut, die Spinnen, Insekten und andere Tiere abwerfen.

Nach einem ’sicheren‘ ersten Album, wie Monteith es nennt, wollte man sich weiter hinauswagen. Vokalistin Rachel Aspe spricht davon, Herausforderungen zu mögen, und pusht sich und die Band weiter. Tracks wie „Oxygen“ illustrieren eine gewisse Aufbruchstimmung, wiewohl Hardcore und Thrash im Fokus bleiben. Deutlich mehr Dreck, Power, räudige Direktheit sowie eine verspielte, atmosphärische Zäsur mit Klargesang mittendrin lassen aufhorchen. Die Urgewalt von „Pick Your Fighter“ drängt in Death- und Grind-Gefilde. Julien Truchan von Benighted zerlegt das Ding zur Grundreinigung. Dass dahinter ein französischer Popsong als Inspiration steckt, muss man dazusagen.

Während man sich darüber noch wundert, sind Cage Fight längst viel weiter. Das epische „Exuvia“ verbindet den vertrauten Sound mit proggigem Anspruch. Aspe mischt etwas Klargesang unter ihre Growls und wertet den widerspenstigen, abgefuckten Track damit gekonnt auf. Das vorab veröffentlichte „Un Bon Souvenir“ erstrahlt hier in seinem kompletten XXL-Glanz, arbeitet einen eingängigen, hymnischen Refrain heraus und stampft rundherum wütend auf, bevor die erste von unzähligen Wendungen alles durch den Fleischwolf dreht. „Élégie“ überrascht hingegen mit Düsternis, mit Avantgarde-Einschlag und urplötzlichen Deathcore-Eruptionen – brutales und zugleich anspruchsvolles Kopfkino der herausragenden Art.

Ein gewaltiger Leistungssprung liegt zwischen diesem Album und dem eponymen Vorgänger. Cage Fight häuten sich tatsächlich, ohne ihre Vergangenheit gänzlich zu ignorieren, klingen dafür in jeder Hinsicht mächtiger und imposanter. „Exuvia“ liebt seine kleinen epischen Ausreißer, den vermehrten Einsatz von Klargesang und das Spiel mit wechselnder Stimmung. Zugleich geht es um Welten härter, brutaler und brachialer zu Werke, mit vermehrten Grind- und Blast-Ausritten, bevor proggige Synergien übernehmen. Das Quartett aus London zeigt sich in jeder Hinsicht stärker und hat sich als Band endgültig gefunden. Wohin die Reise künftig gehen wird, darf jetzt schon mit Hochspannung erwartet werden.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.05.2026
Erhältlich über: Spinefarm Records

Facebook: www.facebook.com/cagefightldn

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Category: Magazin, Reviews

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