Sevendust – One

| 27. April 2026 | 0 Comments
Sevendust

(c) Chuck Brueckmann

Wenige Bands zeigen sich so beständig und unkaputtbar wie Sevendust. Von einem vierjährigen Intermezzo abgesehen, spielt das Quintett seit über 30 Jahren in derselben Besetzung, platzierte drei Alben in den US Top 15, heimste hunderte Millionen Streams ein und verkaufte fast acht Millionen Platten. Was kann man da vom mittlerweile 15. Studioalbum noch erwarten? Gewohnte Kost, und das freilich im besten Sinne: „One“ betont die Einheit einer Band, die laut eigener Aussage während den Arbeiten an dieser Platte tatsächlich noch enger zusammenrückte.

Ein gewohnt wuchtiger Opener lässt zu Beginn aufhorchen: Der Titelsong „One“ bringt alles mit, was man sich von Sevendust erwartet. Irgendwo im Grenzbereich zwischen Rock und Metal bildet sich ein Bollwerk mit düsteren Untertönen. Lajon Witherspoons Stimme ist immer noch großartig, der melodische Refrain brennt sich direkt ein und die beißenden Riffwände ringsum machen Laune. Auch für ein kurzes Gitarrensolo bleibt Platz. Im direkten Anschluss erhöht „Unbreakable“ die Schlagzahl minimal, bleibt im Grunde seiner Formel jedoch treu – hymnisch, kraftvoll, mit der nötigen Heavyness und einer feinen, butterweichen Hook versehen.

Sevendust treten in weiterer Folge einen souveränen, unterhaltsamen Siegeszug an. Das derbe, beklemmende „Bright Side“ ist ein ausgesprochenes Highlight, mit schwerfälligen und verspielten Strophen sowie einem gequälten Hauptteil, der trotz seiner feinen Gesangsmelodie richtig schön unbequem wird. Zunehmende metallische Wucht macht Laune. „Misdirection“ macht seinem Namen alle Ehre, täuscht balladeske Klänge an und nimmt nach knapp zwei Minuten Fahrt auf. Ruhige Zäsuren, dichte Texturen und Alternative-Charme harmonieren prima miteinander. „Is This The Real You“ hat etwas von Rock-Radio, dockt schon mal bei Alter Bridge und Konsorten an, trägt dabei aber stets die unverkennbare Sevendust-Handschrift.

Und die schimmert in den gesamten 40 Minuten durch, ob verspielte Finsternis, radiotaugliche Hook oder schwermetallische, moderne Gitarrenwand. Sevendust bewegen sich mehr als souverän durch vertraute Gefilde, versuchen ab und an ein paar Kleinigkeiten, und knüpfen letztlich doch nahtlos an ihre letzten Platten an. Das mag sich überraschungsarm lesen, macht aber zugleich verdammt viel Laune. Jeder der zehn Tracks auf „One“ geht ins Ohr, in die Beine, strapaziert die Nackenwirbel, schnürt die Kehle zusammen und rückt zugleich eine der besten Rock- und Metal-Stimmen der Gegenwart ins verdiente Rampenlicht. Auf mindestens fünfzehn weitere Platten, bitte.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 01.05.2026
Erhältlich über: Napalm Records (SPV)

Website: sevendust.com
Facebook: www.facebook.com/sevendustofficial

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Category: Magazin, Reviews

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