Atreyu – The End Is Not The End

| 22. April 2026 | 0 Comments
Atreyu

(c) Sean Stiegemeier

Seit der Trennung von Alex Varkatzas, der mittlerweile mit Dead Icarus unterwegs ist, befinden sich Atreyu im Wiederaufbau-Modus. Drummer Brandon Saller wechselte an vorderste Front für den (Klar-)Gesang und Keyboards, Kyle Rosa übernahm den Posten hinter der Schießbude. Seither erschienen zwei Alben, auf denen sich das Quintett in seiner runderneuerten Besetzung zu finden versuchte, wenngleich mit gemischten Ergebnissen. „The End Is Not The End“ hat etwas von einer Kampfansage und fällt zugleich deutlich wuchtiger als zuletzt aus.

Das nach einem kurzen Intro platzierte „Dead“ war der erste für dieses Album geschriebene Track und setzt sogleich beeindruckende Energie frei. Mächtig Druck ab der ersten Sekunde und Sallers wütende Screams treiben das Tempo in höchste Höhen und zerlegen alles mit wachsender Begeisterung. Der hymnische Chorus passt ebenso ins Bild und siedelt den Track in einem eigenwilligen Metalcore-Bereich an, wie ihn nur Atreyu beherrschen. Wer auf eingängige Härte mit finsteren Untertönen steht, sollte „Death Rattle“ leben. Die zähe Heavyness fährt durch Mark und Bein, bevor die nächste überlebensgroße Melodie alles in die Knie zwingt.

Natürlich geht es auch ganz anders – wie in „Wait My Love, I’ll Be Home“, das gerne mal ein wenig cheesy in Richtung Power-Ballade unterwegs ist, dabei aber richtig schön ins Ohr geht. Oder „All For You“, das perfekt zum Modern-Rock-Ansatz von „Baptize“ passt, ein wenig in Richtung Stadion drängt und rund um den packenden Refrain ordentlich Gift und Galle auspackt. Am anderen Ende des Albums setzt „Break The Glass“ ein weiteres Mal zum Vollsprint an, krallt sich sogar das eine oder andere Thrash-Riff, bevor Sallers mächtige Vocals erneut mitten ins Herz treffen. Die finstere Fragilität des wiederholt explodierenden „Ghost In Me“ ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern.

Ein paar kleinere Wiederholungen gibt es natürlich, keine Frage, doch selbst in vergleichsweise formelhafteren Metalcore-Gefilden zeigen sich Atreyu von ihrer besten Seite. Nach einer kleineren qualitativen Talsohle markiert „The End Is Not The End“ die Rückkehr in kurzweiligere Gefilde. Die zusätzliche Härte hilft natürlich, keine Frage, doch scheint sich das Quintett nun endlich wieder gefunden zu haben. Hier machen die Songs Laune, die Dynamik stimmt, die Hooks lassen nicht los und die vertrauten, eigentümlichen Experimente gehen durch die Bank auf. Atreyu melden sich mit einer ihrer stärksten Platte seit Jahren zurück.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 24.04.2026
Erhältlich über: Spinefarm Records

Facebook: www.facebook.com/Atreyu

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Category: Magazin, Reviews

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