Avon – Black On Sunshine

| 16. April 2026 | 0 Comments
Avon

(c) Avon / Go Down Records

Wer sich nach einem Track von der allerersten Queens Of The Stone Age-Platte sowie frühen Desert Sessions-Releases nennt, muss Wüstenrock im Blut haben. Bei Avon kommt das wenig überraschend, denn neben Gitarrist und Sänger James Childs von den viel zu früh aufgelösten Airbus und Bassist June Kato (u. a. Kato & Earth) schwingt der ehemals bei Kyuss und den Queens tätige Alfred Hernández die Drumsticks. Nach etwas längerer Studiopause erscheint mit „Black On Sunshine“ ihr mittlerweile drittes Studioalbum.

Und das wird weitestgehend schnörkellos und unmittelbar abgearbeitet – bei zehn Songs in gut 32 Minuten kein Wunder. Stattdessen setzt es Stoner-Gitarren, treibenden Rock und wütenden Drive dahinter. Der eröffnende Titelsong „Black On Sunshine“ braucht nur ein mächtiges Drumintro und ein zackiges Riff, um abzuheben. Das getragene Tempo, der wuchtige Sound und ein letztlich auf die Basics reduzierter Track machen Laune. Im direkten Anschluss gibt sich „Awkwardness“ ein bisschen verspielter, lässt die Gitarre reiten und den schwerfälligen Bass wichtige Arbeit verrichten. Natürlich erinnert das an diverse frühere Bands der Beteiligten, wenngleich das Gitarrensolo prima abhebt.

Nur selten brechen Avon aus diesem bewusst reduzierten Rahmen aus. Wie im dröhnenden „Nineteen Bruises“, das in seiner verschwitzten, entschleunigten Heavyness ordentlich Blues mitbringt und zugleich einen Hauch von Psychedelic Rock anspielt. Letzteres setzt es auch in „Spacebar“, getragen von einem süffigen Wüstenriff und der vielleicht besten Gesangsperformance des gesamten Albums. Vergleichweise wütende, direkte Tracks, wie die leicht verpeilte Uptempo-Schlacht „Strangest Love“, das drückende bis schwülstige „Bandits“ sowie der mit Hardcore, Punk und Metal flirtende Rausschmeißer „Oblivion“, machen ebenfalls richtig Laune.

Selbstverständlich werden wieder und wieder Erinnerungen an diverse Wüstengrößen wach, das lässt sich kaum vermeiden. Stellenweise könnte man sogar glauben, Hernández dockt bei seinem früheren Arbeitgeber an. Und doch würde das Avon nie auch annähernd gerecht werden. Ja, die sehr kompakten, direkten und auf grundlegende Instrumentierung reduzierten Desert-Tracks haben etwas Vertrautes an sich. Gerade im Langformat, aber auch durch Childs‘ starken Gesang und Katos immer wieder herausfordenden Bass-Parts setzt es eine stimmige, vielschichtige und verspielte Platte, die Live-Charme mit Bock auf Musik vermischt. „Black On Sunshine“ gewinnt vielleicht keinen Originalitätspreis, serviert dafür exquisite Kost von der ersten bis zur letzten Minute, ohne ein Gramm Fett zu viel.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 17.04.2026
Erhältlich über: Go Down Records

Website: www.avondesertrock.com
Facebook: www.facebook.com/Avonband

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Category: Magazin, Reviews

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