Atreyu – Long Live

| 17. September 2015 | 0 Comments
Atreyu

(c) Spinefarm Records

Wie passend, dass die Geschichte Atreyus trotz langer Pause nicht zu Ende gehen will. Nach der Tour zu „Congregation Of The Damned“ nahm sich das Quintett aus Orange Country eine mehrjährige Auszeit, um sich zu erholen und Soloprojekten Zeit einzuräumen. Das böse Worte ‚hiatus‘ wurde aufs Parkett gebracht, bedeutete aber keineswegs das Ende: Nun sind Atreyu wieder da und klingen, als wären sie niemals weg gewesen. „Long Live“ schließt nahtlos an die letzten Platten an.

Oberflächlich sind kaum Neuerungen zu hören, der gängige Mix aus Post-Hardcore, Metalcore und modernen Metalklängen ist auch hier präsent, wobei ein Hauch von Thrash gelegentlich Einzug hält. Bereits in den Strophen des Openers „Long Live“ geht es entsprechend flott und knüppeldick vor sich; der Refrain ist freilich melodisch, eingängig und stellenweise klar gesungen. Originell ist dieses Rezept, das sich durch weite Strecken des Albums zieht, freilich nicht, über weite Strecken funktioniert es aber. Alex Varkatzas‘ herrlich angepisste Screams tragen ihr Übriges zur Power der Tracks bei.

Wirkliche Ausbrüche aus dem Gemeinduktus sind selten, dafür umso sympathischer. Mit „Moments Before Dawn“ grüßen Atreyu für kurze Momente Type O Negative, wenngleich in modernerem Gewand, und liefern Anregungen für den diesjährigen Halloween-Soundtrack. „Cut Off The Head“ arbeitet mit Downtuning, instrumentaler Spannung und ausgedehnten, finsteren Passagen – vielleicht nicht gerade spektakulär, aber immerhin anders.

Typische Atreyu-Hits sind natürlich en masse am Start, darunter das bissig rockende „Brass Balls“ mit überlebensgroßem Refrain, der hymnische Rausschmeißer „So Others May Live“ (mit zugegebenermaßen generischem Breakdown) und das schnippische „I Would Kill Lie Die (For You)“. Das Rad erfinden sie damit freilich nicht neu, außerdem hat sich in den gut 50 Minuten so manch Filler eingetragen, der ein an sich unterhaltsames Album unnötig in die Länge zieht. (Genre-)Fans freuen sich dennoch auf sämtliche Band-Trademarks, kleinere Überraschungen und gewohnt große Stadion-Melodien in ruppiger Produktion.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 18.09.2015
Erhätlich über: Spinefarm Records / Caroline (Universal Music)

Website: www.longliveatreyu.com
Facebook: www.facebook.com/Atreyu

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Category: Magazin, Reviews

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