The Black Dahlia Murder – Abysmal

| 18. September 2015 | 0 Comments
The Black Dahlia Murder

(c) Jonathan Pushnik

Erstmals in ihrer Karriere mussten The Black Dahlia Murder mit echtem Druck umgehen. Nach den beiden bockstarken Alben „Everblack“ und „Ritual“, die in den USA noch dazu jeweils an den Top 30 kratzen, war die Erwartungshaltung groß. Leicht war es für das US-Quintett sicherlich nicht, wie Frontmann Trevor Strnad im Vorfeld verriet, beeindrucken ließ man sich dennoch nicht. Auf „Abysmal“ geht es noch härter, melodischer, stellenweise sogar doomiger vor sich.

Die kurz vor den Aufnahmen zu „Everblack“ hinzugestoßene neue Rhythmusabteilung ist nicht ganz unschuldig an der Ausrichtung des neuen Albums, konnten sich Bassist Max Lavelle und Drummer Alan Cassidy dieses Mal schließlich auch ins Songwriting einbringen. Letzterer spielt deutlich schneller und variantenreicher als sein Vorgänger, also wurden bandinterne Geschwindigkeitsrekorde gebrochen. „Asylum“, „Threat Level Number Three“ und „Receipt“ sind die vielleicht rasantesten Tracks der Dahlia’schen Geschichte, bleiben aber bei aller Brachialgewalt stets präzise, ausbalanciert und lassen das verfeinerte Songwriting des Quintetts erkennen.

Am anderen Ende des Spektrums lauert „Styglophobic“. The Black Dahlia Murder wagen sich an einen Death’n’Doom-Ausflug, drosseln das Tempo stark und schicken melodische Groove-Schockwellen auf die Reise. Ihre volle Stärke spielen die US-Amerikaner allerdings in den melodischen Momenten aus. „The Advent“, ohnehin bereits ein feistes Monster, überrascht mit pointierter Eingängigkeit und Amon Amarth’scher Erhabenheit. Auch der Titeltrack „Abysmal“ ist von solch feinsinnigen Momenten durchzogen und rundet das Geschehen mit einem von vielen NWOBHM-tauglichen Gitarrensoli ab.

Unglaublich aber wahr: The Black Dahlia Murder setzen ihre Serie an Ausnahmeplatten fort und punkten mit neuen, durchaus unerwarteten Akzenten. „Abysmal“ ist von vorne bis hinten in sich schlüssig und lässt nun wirklich nichts anbrennen. Zwischen Hochgeschwindigkeitsattacken und ungewohnt hymnischen Momenten bleiben die US-Amerikaner absolute Vorreiter der jüngeren, extremen Death Metal-Schule. Wer als Genre-Fan hier nicht zugreift, dem ist nicht zu helfen.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 18.09.2015
Erhätlich über: Metal Blade (Sony Music)

Website: www.tbdmofficial.com
Facebook: www.facebook.com/theblackdahliamurderofficial

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Category: Magazin, Reviews

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