The Black Dahlia Murder – Everblack

| 5. Juni 2013 | 0 Comments

The Black Dahlia Murder

Wie geht man mit einer selbst gesetzten, scheinbar unüberwindbaren Hürde um? Wie toppt man den großen Wurf? Vor ziemlich genau zwei Jahren veröffentlichten The Black Dahlia Murder ihr fünftes und bislang bestes Studioalbum „Ritual“. Mit zusätzlichem Fokus auf Melodik und tiefschwarzer Härte kratzte das Quintett aus Waterford, Michigan sogar an den Top 30 der US-Charts. Hatte man erst einmal die anfängliche Nervosität abgelegt, fiel die Arbeit am Nachfolger „Everblack“ überraschend leicht, wie Frontmann Trevor Strnad kürzlich zu Protokoll gab. Die vielleicht düsterste Platte der ehemaligen Könige der Brechstange verleitet einmal mehr zu Stürmen der Begeisterung.

Mit komplett neuer Rhythmusabteilung – Bassist Max Lavelle (ex-Despised Icon/Goratory) und Drummer Alan Cassidy (ex-Abigail Williams) – ging es ins Studio, interessanterweise unter der Regie von Ex-Bassist Ryan „Bart“ Williams – ein Zeichen dafür, dass man sich im Michigan immer noch gut versteht. In dieser neuen Aufstellung wirken The Black Dahlia Murder noch eine Spur gefährlicher, brachialer und doch verspielter. Der Opener „In Hell Is Where She Waits For Me“ – der erste Song der Bandgeschichte mit direktem Bezug auf die Dahlia-Morde – beginnt erst durch einen Mark und Bein erschütternden Schrei von Trevor Strnad so richtig, gibt sich finster, geradezu unheimlich und glänzt speziell im ruppigen Midtempo-Teil mit zusätzlicher melodischer Energie.

Ohne wirklichen Filler peitscht sich das Quintett durch zehn mächtige Songs. Neben der Hymne „Into The Everblack“ und dem dezent angethrashten „Every Rope A Noose“ überzeugt vor allem die unerwartet melodische Hymne „Raped In Hatred By Vines Of Thorn“, ein Wellenbrecher vor dem Herrn, einer der besten Songs der illustren Bandhistorie. Das der klassischen Musik entstammende, Malmsteen-taugliche Gitarrensolo im abschließenden „Map Of Scars“ zeigt endgültig, dass The Black Dahlia Murder angekommen sind. Natürlich machen die Herrschaften immer noch Druck, doch der auf „Ritual“ eingeschlagene melodischere Weg wird auf „Everblack“ fortgesetzt, beinahe perfektioniert und mit old-schooligen Death Metal-Klängen vermengt. Aus der internationalen Speerspitze des Genres sind die US-Amerikaner längst nicht mehr wegzudenken.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 07.06.2013
Erhätlich über: Metal Blade (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/theblackdahliamurderofficial

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Category: Magazin, Reviews

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