Terror – Still Suffer

(c) Mark Miller
Terror als lebende Hardcore-Legenden zu bezeichnen, wird dem kalifornischen Quintett kaum gerecht. Kommendes Jahr darf 25. Geburtstag gefeiert werden, doch so lange wollen Scott Vogel und Konsorten auf keinen Fall warten. Einmal mehr unter der Regie ihres ehemaligen Gitarristen Todd Jones aufgenommen, nimmt ihr Flatspot-Einstand „Still Suffer“ keine Gefangenen. In zehn gewohnt mächtigen Kapiteln geht es um die Stärkung des Selbst, ums Überleben und um den Willen, sich Herausforderungen direkt in den Weg zu stellen.
„Erase You From My World“ eröffnet mit Donnergrollen und zähen Drums. Vermeintliche Doom-Ausritte weichen aber schnell drückendem Hardcore, nach etwa einer Minute starten die US-Veteranen durch und servieren gewohnt wütende Kost. Vogel schreit und brüllt in Bestform, der Hauptteil brennt sich sofort ein und der Mini-Breakdown vor dem viel zu frühen Ende macht Laune. Danach nimmt sich der Titeltrack „Still Suffer“ etwas mehr Zeit, variiert das Tempo mit wachsender Begeisterung und führt direkt zum nächsten großen Schlachtruf. „Promised Only Lies“ rundet das furiose Eröffnungstrio gekonnt ab, schraubt das Tempo nach oben und rattert in 83 rastlosen Sekunden durch.
Ebenfalls Laune macht ein Blick auf die Gästeliste. Jay Peta von Mindforce taucht in „Beauty In The Losses“ auf, das nach einem seltsamen Interlude die Fäuste schwingt. In „Deconstruct It“ geben sich Dan Seely von King Nine und Brody King (obligatorisches ‚Fuck ICE!‘) von God’s Hate ein Stelldichein. Das verschleppte Finale ist großes Kino, das mehrminütige Bonus-Outro mit Sprachnachrichten (?) und zurückgelehntem Beat hätte es vielleicht nicht gebraucht. Dafür räumt „Fear The Panic“ ab. Kein Geringerer als Chuck Ragan von Hot Water Music steigt in den Ring für eines der unbestrittenen Highlights dieses Albums.
Letztlich servieren Terror gewohnt starke Kost – ob alleine oder mit Mitstreitern. „Still Suffer“ knüpft gekonnt an die mächtigen letzten Platten an und konzentriert sich auf Hardcore in Reinkultur, so wie man sich das von den Kaliforniern erwartet. Ja, angesichts des langen Outros fallen diese knapp 28 Minuten gefühlt sogar noch ein wenig kürzer aus, dafür gibt es ansonsten keine nennenswerten Schwachstellen zu erkennen. Einfach nur ordentlich Energie, Motivation, Miteinander, schwingende Fäuste und Gemeinschaft mit möglichst scharfen Kanten. Terror bleiben Terror und fügen ihrer illustren Diskographie ein weiteres mächtiges Kapitel hinzu.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 24.04.2026
Erhältlich über: Flatspot Records (Cargo Records)
Website: sticktight.la
Facebook: www.facebook.com/terrorhardcore


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