Hot Water Music – Exister

| 17. Mai 2012 | 0 Comments

Hot Water Music

Sage und schreibe acht Jahre sind seit dem letzten Studioalbum der Punk-Rock-Veteranen Hot Water Music vergangen. Der Florida-Vierer ist jedoch nie ganz von der Bildfläche verschwunden. Über die Jahre haben sich die Jungs des Öfteren für diverse Live-Auftritte zusammengefunden. Auch die eine oder andere Compilation wurde veröffentlicht. Sänger / Gitarrist Chuck Ragan hatte genug Zeit, sich erfolgreich auf Solo-Pfaden auszutoben, und auch der Rest der Truppe hat sich über die Jahre mit mehr beschäftigt als nur Däumchen zu drehen. 2012 scheint nun endlich die Zeit für die offizielle achte Langrille „Exister“ reif zu sein. Das Warten hat sich definitiv gelohnt.

Was die Jungs aus Gainesville schon immer von anderen Punk-Rock-Bands abgehoben hat, war der homogene Mix aus Punk, Rock’n’Roll und Post-Hardcore. Dazu kommt die unverkennbare Reibeisenstimme von Mister Ragan. Kein Wunder also, dass die Jungs mit Bands wie Flogging Molly auf der einen und Coheed And Cambria auf der anderen Seite unterwegs waren. Zusammen mit einer nicht nachlassen wollenden Hingabe zur Punk-Szene und unzähligen Live-Gigs verwundert ihr fast 20jähriges (nicht ganz so nahtloses) Bestehen nicht wirklich.

Bereits zwischen den letzten beiden Veröffentlichungen „Caution“ (2002) und „The New What Next“ (2004) zeichnete sich ein merklicher Reifeprozess ab. Dass die Jungs nicht im Jahre 2004 hängen geblieben sind, ist klar, und so präsentiert sich „Exister“ logischerweise von einer noch erwachseneren Seite. Produziert wurde das Teil von Bill Stevenson (Black Flag, Rise Against, NOFX), der sowohl die jazzige Coolness, als auch den Punk-Rock-Spirit der Band passend in Szene setzt.

Alle 13 Songs bleiben unter der Vier-Minuten-Grenze und kommen sofort auf den Punkt. „Mainline“ startet mit extrem kurzer Zündschnur und lässt das Feuerwerk bereits nach den ersten Sekunden losgehen. „Baby, You’re Gonna Hurt Someone“ sorgt mit einem über alles hereinbrechenden Refrain für Aufhorchen. „State Of Grace“ geht trotz nachdenklicher Lyrics als echter Sommerhit durch. Ähnlich wie beim folgenden „Drown In It“ begeistern während den Strophen die überaus groovenden Basslinien von Jason Black, bevor im Refrain der sprichwörtliche Zug drüberfährt.

Im jazzig anmutenden „Drag My Body“ zeigt sich die komplette Rhythmus-Fraktion von ihrer Schokoladenseite. Mit coolen Drum-Fills und Bass-Grooves bietet sich der Song geradezu an, live zu einer regelrechten Jam-Orgie zu mutieren. Der Punk-Faktor steht jedoch immer noch an vorderster Stelle und somit gibt es mit dem Titeltrack wieder schön eins auf die Zwölf.  Das relaxte „Wrong Way“ erinnert etwas an die Brüder im Geiste von The Gaslight Anthem. Dass es das Ragan/Wollard-Vocal-Gespann noch immer nicht verlernt hat, zeigt das hymnenhafte „Take No Prisoners“.

Der achte Streich der Amis offenbart eine logische Weiterentwicklung von 2004 zu 2012 ohne alten Fans vor den Kopf zu stoßen. Der geneigte Fan bekommt eigentlich genau das, worauf man nach „Giver“, dem Rausschmeißer des Vorgängers, all die Jahre gewartet hat: 90er-Jahre-Nostalgie und das Verlangen, die notwendigen Schritte nach vorne zu machen, gehen im Sound von Hot Water Music Hand in Hand. Egal ob schnell-rockend oder verspielt-melodisch, das Ergebnis kann sich hören lassen. „Exister“ sollte man sich schon mal für die Top-10-Liste am Ende des Jahres vormerken.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 18.05.2012
Erhältlich über: Uncle M (Cargo Records)

Website: hotwatermusic.com
Facebook: www.facebook.com/hotwatermusic

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Category: Magazin, Reviews

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