Sevendust – Blood & Stone

| 22. Oktober 2020 | 0 Comments
Sevendust

(c) Travis Shinn/Chuck Brueckmann

Sevendust sind wie ein guter Wein und scheinen immer besser zu werden. Nach drei mit Gold ausgezeichneten Alben und ausverkauften Tourneen sowie einer Karriere, die mittlerweile mehr als ein Vierteljahrhundert umspannt, müssen die US-Amerikaner nichts mehr beweisen. Und doch zeigte sich das Quintett zuletzt in prächtiger Form. Deutlich rockigere Klänge und packende Melodien machten bereits „All I See Is War“ zum Erfolg auf voller Linie. Das 13. Studioalbum „Blood & Stone“ schlägt eine ähnliche Richtung ein.

Ein Song wie „Blood From A Stone“, der Fast-Titeltrack, könnte kaum typischer für Sevendust sein. In den Strophen geht es hart und ruppig zu – man schielt zuweilen sogar gen Anfänge – während sich der Refrain melodisch, gefühlvoll und doch angenehm heavy aufbaut. Die US-Band hatte immer schon ein Faible für sanftere Töne und kultiviert diese mehr denn je. „Criminal“ passt prima ins Rock-Radio, nimmt ein wenig Melancholie mit und beißt sich mit dem Refrain fest, ohne auch nur im Ansatz klebrig oder gar unangenehm zu wirken. Ähnliches lässt sich über das nachdenkliche, angenehm schwere und zugleich eingängige „Alone“ sagen.

Natürlich können Sevendust weiterhin ordentlich zulangen. „Desperation“ tankt sich mit wachsender Begeisterung durch muskelbepackte, kompromisslose Strophen, nur um am Höhepunkt feinsinnige Melodien auszupacken. Genau das gelingt auch dem Opener „Dying To Live“. Hier schimmert sogar ein klein wenig Nu-Metal-Elan durch, bevor Sevendust die Kurve klingen. „What You’ve Become“ bewegt sich in vergleichbaren Gefilden. Mit dem Rausschmeißer „The Day I Tried To Live“ wagt die Band schließlich Großes und covert Soundgarden. Ohne sich zu weit vom Original zu entfernen, gelingt eine packende und stimmige Hommage. Tatsächlich erledigt Lajon Witherspoon seine Aufgabe hervorragend, versucht erst gar nicht Chris Cornell nachzuahmen und bringt sein angenehmes Timbre ein.

„Blood & Stone“ klingt heimelig, wohltuend und schmeichelnd, ohne dabei auf den einen oder anderen kraftvollen Ausritt zu vergessen. Von metallischer Härte ist bei Sevendust mittlerweile zwar nur noch wenig zu hören, aber nach 26 gemeinsamen Jahren darf so viel Weiterentwicklung absolut sein. Mehr noch, der verfeinerte Weg klappt prima, denn die neuen Tracks klingen eingängig und hymnisch, ohne sich anzubiedern oder anzuöden. An dieser Platte wird man noch lange Spaß haben.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 23.10.2020
Erhältlich über: Rise Records / BMG Rights Management (Warner Music)

Website: sevendust.com
Facebook: www.facebook.com/sevendustofficial

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Category: Magazin, Reviews

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