Grave – Out Of Respect For The Dead

| 12. Oktober 2015 | 0 Comments
Grave

(c) Axel Jusseit

Nach jahrelangem Geholper und Gestolper kehrten Grave 2012 mit „Endless Procession Of Souls“ zu Century Media, der Heimat ihrer Anfangstage und größten Erfolge, zurück, und hatten plötzlich ihre Form wiedergefunden. Seither rumpeln die schwedischen Death-Metal-Originale mit jugendlicher Frische durch die Lande, setzten zwischendurch sogar eine angenehm eigentümliche EP ab und melden sich nun, kurz vor dem 30jährigen Jubiläum, mit einer weiteren Langrille. „Out Of Respect For The Dead“ vereint abermals Hochgeschwindigkeits-Geballer mit zähem Midtempo-Groove.

Dass die Schweden nach wie vor nicht zum alten Eisen gehören, zeigen sie an jeder Ecke und Ende dieser Platte. Der vielleicht stärkste Track, etwas im Mittelfeld vergraben, ist „Redeemed Through Hate“. Oberflächlich ein gewohnt schneller, hektischer Rumpeltrack mit sägenden Gitarren und kehligem Gekeife, verschleppen Grave das Tempo zur Mitte hin und machen Platz für Melodie sowie ein gewaltiges, ausladendes Metal-Solo. Urplötzlich legt das Quartett den Schalter wieder um, erhöht das Tempo sprunghaft und ballert sich bis zum Ende.

Rundherum setzt es Nackenschlag auf Nackenschlag, so wie sich das gehört. „Mass Grave Mass“ hat das Zeug zur neuen Bandhymne, überschlägt sich beinahe, duftet nach Friedhof und Verwesung. Die Gitarren schrubben, der Hauch von Melodie trifft ins Schwarze, die Rhythmusabteilung schreitet mit Volldampf voran – ein Rezept, das auch im formidablen „The Ominous ‚They'“ und dem Titeltrack funktioniert. Wirkt das getragene Tempo in „Plain Pine Box“ noch etwas schleppend, vielleicht sogar unpassend, legt das beinahe zehn Minuten lange „Grotesque Glory“ zum Schluss einen echten Kavalierstart hin, fängt sich, groovt, ballert, soliert und dreht schließlich nochmals ab – ein kleines Kunstwerk.

Zu jeder Sekunde ist „Out Of Respect For The Dead“ die lange Grave’sche Erfahrung anzuhören. Kaum eine zweite Band fühlt sich in ihrer Haut so hörbar wohl. Mit dem gewohnten Mix aus unbändiger Wut, rasendem Tempo und einem Händchen für melodische Verschleppung ist eine weitere Variation der bewährten Formel geglückt, die alle Band-Trademarks aufweist und dennoch zu jeder Zeit frisch wirkt. Das Wichtigste aber: Mitbangen garantiert.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.10.2015
Erhätlich über: Century Media (Universal Music)

Website: www.grave.se
Facebook: www.facebook.com/GraveOfficial

Tags: , , , ,

Category: Magazin, Reviews

Demonic-Nights.at - AKTUELLES