Revocation – The Outer Ones

| 28. September 2018 | 0 Comments
Revocation

(c) Alex Morgan

Vollmundige Aussagen sind im Vorfeld eines Album-Releases alles andere als neu. So auch bei Revocation: Ihre neue Platte soll „wagemutiger, aggressiver und komplexer denn je“ sein – markige Worte für eine Band, die zuletzt drei Überalben hintereinander veröffentlicht hatte. Tatsächlich wollen die US-Amerikaner auf „The Outer Ones“ noch eine Spur progressiver sein, ohne dabei auch nur einen Funken an Brutalität zu verlieren. Tatsächlich gelang dieses Unterfangen, und das erneut auf herausragende Weise.

Fürwahr geht in punkto Komplexität noch ein bisschen mehr als auf dem bereits unpackbaren „Great Is Our Sin“. Bestes Beispiel dafür ist das ungemein vertrackte „Fathomless Catacombs“, das mit anderen Vocals sogar über weite Strecken auf der aktuellen Voivod-Platte funktioniert hätte. Verschrobene Dissonanzen, angedeutete Melodien und feister Death/Thrash geben sich die Klinke in die Hand. Selbst verkappte Jazz-Elemente schwimmen gen Oberfläche – nicht zum letzten Mal auf diesem Album.

Dass Revocation zugleich, wie angekündigt, rein gar nichts in punkto Härte eingebüßt haben, demonstriert der Opener „Of Unworldly Origin“ recht eindrucksvoll. Kaum kommt die Fußtrommel zum Einsatz, fühlt man sich im besten Sinne an die Anfänge der Band erinnert, rundherum flimmert ein wilder Mix aus Prog und Tech. „Blood Atonement“ zeigt ähnliche Anwandlungen und verfällt doch immer wieder in anspruchsvolle Midtempo-Gefilde. Von kurzen Bass-Soli bis zum Gummitwist-Groove ist hier alles am Start – vom abschließenden Mammutwerk „A Starless Darkness“ mehr als gelungen abgerundet. Brachiales Vollgas, verschrobene Melodien und richtig schön ranziger Death Metal lassen die Karriere der Band im Zeitraffer vorbeiziehen.

„The Outer Ones“ ist bereits das vierte Meisterwerk in Folge – eine schier unmenschliche Serie, mit der nur sehr, sehr wenige Bands mithalten können. Revocation meistern den angekündigten Spagat zwischen Brachialgewalt und komplexem Prog-Charme abermals beneidenswert, bannen den kompletten musikalischen und komplexen Wahnsinn des Quartetts auf eine neue, herausfordernde Platte. Natürlich muss man sich auf diesen Höllenritt erst einmal einlassen, einfach ist hieran rein gar nichts. Und doch trifft man auf eine Band, die einfach nicht zu wachsen aufhören will – im Tech- und Prog-Death-Bereich aktuell so gut wie unerreicht.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 28.09.2018
Erhältlich über: Metal Blade Records (Sony Music)

Website: www.revocationband.com
Facebook: www.facebook.com/Revocation

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Category: Magazin, Reviews

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