Ambassador – Belly Of The Whale

| 27. September 2018 | 0 Comments
Ambassador

(c) Ambassador

Romantischer Weltschmerz und fatalistische Selbstaufgabe begleiten das musikalische Schaffen der noch recht jungen Band Ambassador. Das Quintett aus Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana versteht sich auf Schwermut zwischen Dark Rock, Post Punk und Progressive Metal – Vergleiche mit Tool, Dredg und A Perfect Circle deuten in etwa an, wohin die Reise gehen soll. Entsprechend spannend, abwechslungsreich und doch beklemmend gestaltet sich ihr Debütalbum „Belly Of The Whale“.

Wie komplex und doch faszinierend sich diese Platte zeigen kann, illustriert unter anderem der Rausschmeißer „Shadows And Seams“ – einer der ältesten Tracks der Band, als Ur-Version bereits über zwei Jahre alt. Vom butterweichen Gesang über beklemmende Riffs bis zu mächtigen Gitarrenwänden ist hier alles dabei. Bei über sechs Minuten Spielzeit und zähem Aufbau fühlt man schon mal an eine nicht ganz so harte Antwort auf 40 Watt Sun erinnert. Gerade die süßlichen Untertöne machen Ambassador spannend. Hinter dieser Doppelbödigkeit steckt Methode, an jeder Ecke scheint die nächste unerwartete Wendung zu lauern, sofern man überhaupt noch von unerwartet sprechen kann, wenn man diese bereits vermutet.

„Belly Of The Whale“ hat aber mit einigen Problem zu kämpfen. Der Sound erinnert an eine bessere Demo, wirkt zu laut und lässt Tiefen vermissen. Besonders eklatant fällt dies in der ohnehin dünnen Halb-Ballade „Return/Castaway“ auf. Die Vocals schwimmen, die klaren Gitarren wirken alleine auf weiter Flur – es fehlt schlicht und ergreifend ein verbindendes Element. Und doch haben Ambassador ausreichend gute bis sehr gute Songs am Start. Im Titelsong überraschen sie mit Post Punk und süßlicher Hoffnung, während der Opener „Empress“ angenehm heavy und verspielt ausfällt – eine von vielen Grenzerfahrungen.

Für einen Einstand, und genau das ist diese Platte, macht sich „Belly Of The Whale“ über weite Strecken recht gut. Natürlich wünscht man sich eine fette, ausdifferenzierte Produktion mit passendem Mix, welcher die filigranen Elemente im Sound Ambassadors besser betont. Und doch stimmen die Ansätze absolut. 50 Minuten lang entführen die US-Amerikaner auf eine anspruchsvolle wie nachdenkliche musikalische Reise, die durchaus Großes für die Zukunft vermuten lässt. Noch hat das Quintett mit gewissen Kinderkrankheiten zu kämpfen, macht aber definitiv Lust auf eine baldige Fortsetzung.

Wertung: 7/10

Erhältlich ab: 28.09.2018
Erhältlich über: Eigenvertrieb (Download-Album)

Website: www.ambassadortheband.com
Facebook: www.facebook.com/AmbassadorTheBand

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Category: Magazin, Reviews

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