Revocation – Revocation

| 29. Juli 2013 | 0 Comments

Revocation

Einst im Rahmen ihres Relapse-Debüts als neue Thrash-Hoffnung angekündigt, weiß man mittlerweile, dass Revocation wesentlich mehr als das sind. Ihr moderner, technisch anspruchsvoller und knüppelharter, zuweilen verspielter Metal deckt so ziemlich alles ab, was nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Ihren vierten Full-Length-Nackenschlag nennt das Quartett aus Boston schlicht und ergreifend „Revocation“. Passender könnte der Titel kaum sein, denn die US-Amerikaner liefern ein beinahe perfektes Band-Album ab.

Nach einem viel zu langen Intro – ein kleiner Makel, der kaum ins Gewicht fällt – stürzen sich Revocation in den Opener „The Hive“, der die Wurzeln der Band mit einem lupenreinen Thrash-Riff beleuchtet. Natürlich bleibt es dabei nicht, das Tempo wird merklich erhöht, technisch anspruchsvoller Death Metal und überdrehte Prog-Squeals treffen auf David Davidsons Growls, bevor zahlreiche, sich abwechselnde Melodie-Parts zum finalen Solo führen. „Fracked“ beginnt ähnlich und wirkt zumindest eine Hälfte lang wie ein moderner Melodic-Thrasher. Von einer Sekunde auf die andere nehmen die US-Amerikaner das Tempo raus und rücken Bass-Neuzugang Brett Bamberger in die prominente Mitte.

Gerade diese angedeutete Spontanität, dieser Jam-Charakter lässt „Revocation“ zu einer spannenden Platte reifen. Mutig ist die Entscheidung, aus „Spastic“ ein Instrumental zu machen. Der mit modernem Crunch-Riffing ausgestattete Track hätte Vocals locker vertragen, durch die stimmliche Stille wirken vor allem die feinen Drum-Spielereien und die wechselnden Tempi noch eine Spur eindrucksvoller. Rundherum schneidern Revocation Tracks wie „Archfiend“ und „A Visitation“, die nicht nur die Fünf-Minuten-Marke pulverisieren, sondern angesichts ihrer stattlichen Länge keine Langeweile aufkommen lassen.

Noch größer, noch abwechslungsreicher, noch flinker: Revocation sind endgültig gelandet. Seit ihrem Wechsel zu Relapse zeigte sich das Quintett von seiner Schokoladenseite, lieferte musikalische und technische Gustostückerl am laufenden Band ab. Im Fall ihres selbstbetitelten vierten Albums stimmt alles, denn endlich treffen veritable Hits auf durchgehend hohes Niveau ohne nennenswerten Durchhänger. Wer es abgedreht und doch eingängig mag, kommt an „Revocation“ nicht vorbei.

Wertung: 9/10

Erhältlich ab: 02.08.2013
Erhätlich über: Relapse Records (Rough Trade Distribution)

Facebook: www.facebook.com/Revocation

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Category: Magazin, Reviews

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