Radiant Knife – The Body

| 26. August 2020 | 0 Comments
Radiant Knife

(c) Radiant Knife

Scheinbar aus dem Nirgendwo landete „Science Fiction“ vor ziemlich genau zwei Jahren und fühlte sich ebenso an. Radiant Knife vermischten (und vermischen) Post Metal, Sludge, Prog und Tech mit atemberaubender Atmosphäre und bärbeißigen Riffs. Das Duo aus Lafayette, Louisiana ist aber längst zwei Türen weiter und hat nach eigenen Angaben zu viel Material für ein Album geschrieben. Somit erscheinen nun in kurzer Abfolge gleich zwei etwas kürzere Werke. Den Anfang macht „The Body“, ingesamt wuchtiger und technisch anspruchsvoller angelegt.

Fünf Songs in 22 Minuten ist für ein Album natürlich nicht viel, doch dafür setzt es Klasse statt Masse. Bereits der eröffnende Fleischwolf „PMA“ lässt keine Zweifel offen, denn das Duo tankt sich mit dem Elan früher Mastodon durch das wuchtige, verquere Labyrinth. Ein wenig Periphery-Magie hier, ganz viel Dampf da – der Unterbau wirkt sehr vertraut, doch Radiant Knife verpacken diesen ganz eigenständig und -artig. Hier macht „Time“ weiter mit vergleichsweise direktem Auftreten, Axt im Wald und beißender, geradezu bellender Intensität. Die beiden US-Amerikaner pushen sich gegenseitig und ziehen zentnerschwere Wände auf.

Ähnlich druckvoll geht es weiter: „GTFO“ packt das anspruchsvolle Labyrinth in düstere Gefilde, ohne dabei auf den gelegentlichen Sprint zu vergessen und ein wenig Galle zu speien. Das soll aber bestenfalls Vorgeplänkel für das grandiose „The Beast“ sein. Mehrere Raketenstufen treiben das Geschehen an, die atmosphärischen Einschübe mit spirituellen Erfahrungen und anderweitig himmlischer Melodik liefern abermals einen exzellenten Gegenpol. Schließlich schlägt „From Dust“ mit wachsender Begeisterung um sich, nur um aus dem Nirgendwo in sonnigen Prog einzutauchen und schließlich die Weirdness-Spirale konstant nach oben zu schrauben.

Das hätten Between The Buried And Me wohl auch nicht besser gekonnt: Vielleicht bemühen Radiant Knife – zumindest auf dieser Mini-Platte – nicht ganz so viele verschiedene Einflüsse wie ihre prominenten Landsleute, was jedoch nicht stören soll. „The Body“ repräsentiert die derbe, wütende Seite des US-Duos, bemüht Vertrautes und lässt doch keinen Stein auf dem anderen. Fünf martialische Wuchtbrummen mit so mancher Überraschung zeigen Radiant Knife in Bestform und werfen die Frage auf, was da noch kommen soll. Nun: „The Ghost“ landet im Oktober.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 28.08.2020
Erhältlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/Radiantknife

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Category: Magazin, Reviews

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