August Burns Red – Season Of Surrender

(c) Paxton Powell
Beständigkeit mit 14 Buchstaben: August Burns Red. Seit über 20 Jahren steht das Quintett aus Lancaster, Pennsylvania für donnernden Metalcore, melodischen Hardcore und eingängige Härte. Neun reguläre Studioalben und eine Weihnachtsplatte sowie diverse Kleinformate stehen zu Buche. Für die Jubiläumsplatte wollte man sich wieder etwas stärker auf die Anfänge konzentrieren. Herausgekommen ist laut Frontmann Jake Luhrs das härteste Album seit geraumer Zeit. Tatsächlich glänzt „Season Of Surrender“ mit Breakdowns und Heavyness in rauen Mengen.
Das zeigt sich ab der ersten Sekunde, wenn „Legions“ förmlich aus den Boxen explodiert und das Hackbrett auspackt. Mike Hranica von The Devil Wears Prada mischt fleißig mit, ordentlich Breakdowns und vermehrt komplexe Elemente machen sich breit. August Burns Red klingen im besten Sinne ungemütlich und nehmen die Metalcore-Ursuppe mit. „Behemoth“ schraubt den Hardcore-Anteil nach oben, schlägt wiederholt wütend um sich und macht zugleich Platz für richtig unangenehme Gitarren, die sogar einen Hauch Tech-Death mitnehmen. Das gemeinsam mit Make Them Suffer eingespielte „Cerebral Malfunction“ passt perfekt ins Bild, verwandelt sich aber rasend schnell von fies und brachial in eingängig und harmoniebedürftig.
Zwei Seelen wohnen in dieser Brust und machen Platz für den einen oder anderen Husarenritt. „S.O.S.“ hat das Zeug zur mörderischen Hymne und lässt ein paar Gang-Shouts durchschimmern, bevor der nächste Absturz lockt. „The Nameless“ schlägt ein wenig die Brücke zu den jüngeren Alben, ist gleichermaßen brutal wie eingängig und steht doch für kompromisslose Heavyness. Die hat „Sonic Salvation“ ebenfalls für sich gepachtet. Jamie Hails von Polaris mischt mit wachsender Begeisterung mit, eingängigere Passagen werden zumindest angedeutet. Davon ist im nahezu siebenminütigen Abschluss „Forged By Failure“ herzlich wenig zu hören. Proggige Hardcore- und (Death-)Metal-Klänge, ominöse Atmosphäre und erneut technischer Anspruch erwischen im besten Sinne am falschen Fuß.
Tatsächlich ist dieses zehnte Studioalbum von August Burns Red eine faustdicke Überraschung. Anstatt auf Nummer Sicher zu gehen, langt das US-Quintett so ruppig und brutal wie lange nicht zu, wieder und wieder. Hooks und hymnische Parts rücken vornehmlich in den Hintergrund, stattdessen dominieren Dampfwalze, Komplexität, Tech-Ausritte und Breakdowns in rauen Mengen. „Season Of Surrender“ setzt sich offensiv mit dem eigenen musikalischen Erbe auseinander und bereitet Schmerzen. Elf höllische, vielseitige und mitreißende Abfahrten später ist alles eitel, auch ohne Sonnenschein. Mit Retro-Metalcore-Klängen der etwas anderen Art setzen August Burns Red ihren Lauf erstklassig fort.
Wertung: 8/10
Erhältlich ab: 05.06.2026
Erhältlich über: Fearless Records / Concord Records (Universal Music)
Website: augustburnsred.com
Facebook: www.facebook.com/augustburnsred


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