August Burns Red – Guardians

| 3. April 2020 | 0 Comments
August Burns Red

(c) Fearless Records

Sie zählen zu jenen wenigen Überlebenden der zweiten großen Metalcore-Welle, die sich auch heute noch durchaus neuzuerfinden wissen. Obwohl August Burns Red tief in ihrem Stammgenre verwurzelt sind, entlockt das US-Quintett einem vermeintlichen Relikt nach wie vor frische Ansätze. Vier US-Top-20-Albumplatzierungen und zwei Grammy-Nominierungen stehen zu Buche. Für das bereits neunte Album „Guardians“ nahm man sich mehr Zeit denn je und schraubte zugleich den Härtegrad weiter in die Höhe.

Die elf Songs kreisen lose um das Unterstützung von Personen, die Hilfe benötigen. Das hört man den Tracks allerdings bestenfalls bedingt an. So ist „Ties That Bind“ von einer steten Unruhe begleitet, obwohl es durchaus melodisch und stellenweise sogar melancholisch vor sich geht. Schroffe, mit Math-Rhythmik flirtende Gitarren rütteln auf geradezu manische Weise wach. Für Klargesang bleibt ebenfalls nur wenig Raum. In „Lighthouse“ spielt er eine zentrale Rolle und stattet den Refrain eines ansonsten forschen Tracks aus. Für wenige Minuten widmen sich August Burns Red vergleichsweise klassischen Metalcore-Formeln – die absolute Ausnahme auf „Guardians“ und gerade deswegen unverschämt gut.

Und so peitschen die US-Amerikaner diese knapp 50 Minuten mit Elan voran. „Extinct By Instinct“ arbeitet gekonnt auf geradezu manische Zuspitzung hin, setzt auf klassische Metalgitarren und sogar ein wenig Bass-Groove zwischendurch. In „Bones“ würde man einen typischen Metalcore-Chorus erwarten, es bleibt aber nur bei einigen wenigen klaren Zeilen rundherum. Der furiosen Wucht dieses Songs tut dies keinen Abbruch – siehe und höre auch das herrlich ausrastende „Dismembered Memory“. Schlussendlich schleppt sich „Three Fountains“ mit angedeuteter Sludge-Schwere in die Überlänge, nimmt immer mehr an Fahrt auf und packt beklemmende Melodien am unvermeidlichen Höhepunkt aus – fast schon progressiv, wenn man so möchte.

Ja, dieses neunte August Burns Red-Album fällt tatsächlich eine Spur forscher und angriffslustiger aus. Genre-Klischees werden weitestgehend vermieden; wenn sie schließlich doch in seltenen Momenten durchschimmern, passen sie wie Arsch auf Eimer. Vor allem punktet „Guardians“ durch kurzweilige Musikalität und richtig gute Songs, eben überlebensfähiger Metalcore mit durchaus zeitlosen Qualitäten. Die unkaputtbare Maschine rollt weiter mit einer weiteren Top-Platte und macht keine Anstalten, das Feld zu räumen. Gut so.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.04.2020
Erhältlich über: Fearless Records / Spinefarm Records (Universal Music)

Website: augustburnsred.com
Facebook: www.facebook.com/augustburnsred

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Category: Magazin, Reviews

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