Barrens – Penumbra

| 6. April 2020 | 0 Comments
Barrens

(c) Erika Larsson

Der dezent wahnsinnige Post-Rock-Ansatz von Scraps Of Tape hat seit mittlerweile zwei Jahrzehnten Methode und erhält nun Zuwachs. Zwei Mitglieder – Johan G. Winther und Kenneth Jansson – sowie Tour-Schlagzeuger Markku Hildén richteten sich einen kleinen Nebenschauplatz ein. Barrens widmen sich weitestgehend klassischen Post-Rock-Klängen, rein instrumental und mit ein paar Soundtrack-Elementen zwischendurch eingestreut. Auf „Penumbra“ befassen sie sich mit Licht und Freude auf der einen, Negativität und Angst auf der anderen Seite.

Mehrere Intros und Zwischenspiele umrahmen die Songs und spinnen einen spannenden narrativen Faden, der zudem die beiden angesprochenen Aspekte des emotionalen Spektrums prima vereint. Genau das gelingt auch innerhalb der einzelnen Tracks, und so donnert „Atomos“ zwischendurch ordentlich, scheint eine Art Groll zu hegen, nur um im nächsten Moment Hoffnung zu verbreiten, eine Art Leuchtrakete zu zünden. Das zunächst unterkühlte „Oracle Bones“ spielt hingegen mit New Wave- und sogar Post Punk-Rhythmik, lässt seine 80s-Ansätze aber schnell zugunsten eines mächtigen Mittelstücks hinter sich. Eine lange Zäsur folgt und baut Spannung auf. Was danach kommt: großes Kino.

Die Art und Weise, wie dieses Album hin- und herwogt, hat durchaus Stil. „The Passing“ vereint sämtliche Welten mit den vielleicht anhaltend lautesten und schrillsten Passagen auf „Penumbra“. Aus der Genre-typischen Explosion entwickelt sich bissiges Dauerfeuer mit einer schneidenden Lead, geradezu metallisch und wütend. Im Gegensatz dazu baut „Arc Eye“ sehr langsam, sehr beständig auf. Über die gesamte Spieldauer hinweg entwickeln sich zarte Marker nahender Gefahr, falsche Fährten werden ausgelegt und dann rumpelt es gleich doppelt mit einem brachialen Wurmfortsatz.

„Penumbra“ braucht etwas Anlaufzeit, bis sich die verschiedenen Seiten der Post-Rock-Medaille verbinden, dann aber dafür richtig. Was bei Scraps Of Tape oftmals in genrefremde, ruppige Momente ausartet, erreicht bei Barrens klassische Dimensionen, von weichen, schwebenden Zwischenspielen erschlossen. Geschickt werden die einzelnen Stücke miteinander verwoben und ergeben einen mitreißenden, oftmals explosiven Klangteppich bestürzender Schönheit und anziehender Finsternis – ein von vorne bis hinten empfehlenswerter Einstand, der eigentlich keiner ist.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 10.04.2020
Erhältlich über: Pelagic Records (Cargo Records)

Facebook: www.facebook.com/BARRENStheband

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Category: Magazin, Reviews

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