Periphery – Periphery III: Select Difficulty

| 19. Juli 2016 | 0 Comments
Periphery

(c) Josefa Torres

Das Album nach dem Überflieger: Mit dem „Juggernaut“-Doppelschlag klopften Periphery an der Pforte der Perfektion und legten eine Serie an Songs vor, die kaum zu toppen sind. Von dieser Mammuthürde lässt sich das Quintett aber keinesfalls beeindrucken und kehrt zur Nummerierung ihrer Platten zurück. „Periphery III: Select Difficulty“ – genialer Titel – arbeitet sich abermals an Prog und Djent ab, wagt aber gleichzeitig zugänglichere Exkurse hin zu Alternative Rock/Metal.

Wer nun aber einen kommerziellen Faustschlag befürchtet, darf beruhigt durchatmen: Periphery setzen weiterhin auf komplexe, vertrackte Arrangements, betonen aber ihre melodische Seite etwas stärker. Das ist unter anderem in „Remain Indoors“ der Fall. Rund um das schroffe, abgewrackte Fundament setzen Klargesang und eingängige, geradezu hymnische Refrains unerwartete Highlights. Natürlich hatten die US-Amerikaner immer schon entsprechende Elemente in ihrem Sound, doch nie zuvor wurden sie so stark hervorkehrt.

Es geht auch anders, wie im direkten Anschluss „Habitual Line Stepper“ demonstriert. Der eingängige Moment der Klarheit ist nur eine von vielen Facetten dieser Monstrosität, die zwischenzeitlich sogar Nu-Metal-Power annimmt. „Absolomb“ knüpft ein wenig an das „Juggernaut“-Doppel an und lässt schüchterne Space-Opera-Klänge das Ruder übernehmen – eine Herangehensweise, die auch für „Lune“ angewendet wird, auch wenn der Song mit der Zeit seinen Drive verliert. Wer eher auf den klassischen Band-Sound steht, könnte an „Motormouth“ durchaus Freude finden.

Die herausragende Qualität des Doppel-Vorgängers wird nicht erreicht, aber das war auch kaum zu erwarten. Tatsächlich machen Periphery aber qualitativ zwei Schritte zurück, weil sich auf diesen gut 64 Minuten eine Spur zu viel Mittelmaß eingeschlichen hat. Ob eingängiger Alternative, überraschende, gleich mehrfach erfolgende Nu-Metal-Ausritte oder etwas zahme Space-Exkurse, die erwartete und erhoffte erneute Explosion bleibt aus. Freilich, hier wird auf weiterhin hohem Niveau gemeckert, aber letztlich bleibt „Periphery III: Select Difficulty“ ’nur‘ eine sehr gute Platte, die das kreative Potential des Prog-Quintetts nicht auszuschöpfen vermag.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 22.07.2016
Erhältlich über: Century Media (Sony Music)

Website: www.periphery.net
Facebook: www.facebook.com/PeripheryBand

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Category: Magazin, Reviews

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