Helhorse – Hydra

| 19. August 2019 | 0 Comments
Helhorse

(c) Mikkel Laumann

Manchmal reicht es, einfach frei von der Leber weg loszurocken, ganz ohne großen Plan oder innovatives Konzept. Was Helhorse machen, wird die Musikwelt vielleicht nicht gerade revolutionieren, weiß dafür bestens zu unterhalten. Klassischer Metal mit Stoner-Untertönen, Hard Rock und ein Hauch von Punk begleiten die Dänen seit ihrem Debütalbum 2011. Zuletzt war das Quartett allerdings nicht so recht mit dem Sound zufrieden und holte sich Tue Madsen an die Knöpfchen und Regler. Prompt bringt die vierte Platte „Hydra“ ordentlich Wucht mit.

Rein musikalisch bleibt man sich treu und geht von Anfang an in die Vollen. Der deutlich druckvollere Sound bekommt Tracks wie dem Opener „Overboard“ richtig gut. Von der fiesen Riffgewalt über die angenehm bleierne Rhythmusabteilung bis zu kurzen Muskelspielen im Refrain stimmt hier eigentlich alles. Klar, das hat man in dieser Form schon vielfach gehört, soll aber auch nicht weiter stören – die zähe Hymne macht mindestens so viel Laune wie das folgende „Avalanche“. Hier halten vereinzelte Baroness-Melodien Einzug, das Grundmotiv gibt sich herrlich verschroben und lässt sich dennoch prima mitsingen.

Derlei Muskelspiele treiben immer wieder kurzweilige bis packende Blüten. In „Scarlet Meadow, Scarlet Brook“ schimmert der Hang der Dänen zum Punk durch, die sympathische Uptempo-Schlacht wird in unter drei Minuten durchgeprügelt. „War Drums“ ist das krasse Gegenstück, nimmt das Tempo komplett heraus und überzeugt stattdessen durch schiere Wucht. Doomige Untertöne und ein Hauch von finsteren Alice In Chains lassen grüßen. Direktere Granden, wie „Cycle Of Vain Attempts“ und der Titelsong „Hydra“, flirten sogar mit einem Hauch von Thrash.

Stellenweise lassen sogar Bokassa grüßen, wenn Helhorse urplötzlich durchstarten, und die gingen zuletzt mit Metallica auf Tour. In diesen Support-Slot würden die Dänen auch prima passen, denn ihr entfernt an die „Load“-Ära erinnernde Sound mit wütenden Ausritten in verschiedene Extreme, kommt richtig gut. Klar, „Hydra“ mag nicht gerade die innovativste Platte sein, macht dafür aber einfach nur Spaß. Mehr braucht es auch einfach nicht als den perfekten Soundtrack zur neuen Rockclub-Saison.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 23.08.2019
Erhältlich über: Rodeostar Records / Napalm Records (Universal Music)

Website: www.helhorse.dk
Facebook: www.facebook.com/Helhorse

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Category: Magazin, Reviews

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