Shadowcloak – Shadowcloak

| 1. Mai 2024 | 0 Comments
Shadowcloak

(c) Shadowcloak

Aus den Appalachen erhebt sich ein neuer schwermetallischer Koloss, der mit bratender Wucht alles zerlegt. Shadowcloak aus North Carolina fanden sich erst im Vorjahr, durften die Bühne aber bereits mit Giganten wie Howling Giant, Black Lung und Horseburner teilen. Das US-Quintett steht für wütenden, drückenden Sound zwischen Post Metal und Sludge, gerne synthetisch angereicht und mit einem Händchen für intensive Atmosphäre. Der Erstling heißt ebenso „Shadowcloak“ und bringt das, was die Band ausmacht, auf den zermürbenden Punkt.

In „Night After Night“ kommt der bekömmliche wie eigenwillige Charme der Shadowcloaks besonders gut zur Geltung. Das etwas fahrige Intro mit synthetischem Einschub führt auf die falsche Fährte, ebenso die vergleichsweise melodische Gitarre im Anschluss. Bärbeißige, heisere Screams ziehen mehr und mehr in Richtung Abgrund. Die Heavyness nimmt mit jeder Sekunde zu, wenngleich der proggige Post-Ansatz für Spannung sorgt. Zwischen den Stühlen regiert der Widerspruch, irgendwo zwischen feiner Klinke und kräftigem Haken angesiedelt. Selbst die geschickt gesetzte Zäsur mittendrin kann dem Geschehen nichts anhaben, denn ellenlange Soli und vertrackte Kraftdemonstrationen folgen sogleich.

„Discomfort Disorder“ könnte die Überschrift dieses Releases sein, wenngleich die viereinhalb Minuten ob ihrer Spielzeit fast schon radiofreundlich annmuten. Pop darf man aber keinesfalls erwarten, denn das stete Spannungsfeld zwischen ominöser Atmosphäre und wahnwitziger Explosivität kommt gut. Shadowcloak spielen mit den Erwartungen, sind stets der Eskalation nahe, fühlen sich in der Sinnsuche aber ebenso wohl. Das gilt ebenso für „Dark Days“, den ranzigen Opener mit doomiger Post-Note, der es immer wieder gekonnt versteht, den sprichwörtlichen Schalter umzulegen und beherzt zuzulangen. Vom wohl besten Riff dieser Platte unterstützt, kotzt sich das US-Quintett mit wachsender Begeisterung aus.

Letztlich sind diese 28 Minuten viel zu kurz, was aber auch schon ihre einzige echte Schwachstelle ist. „Shadowcloak“ ist ein Einstand nach Maß, der wunderbar mit Post-Metal- und Sludge-Erwartungen bricht, proggig und gerne mal synthetisch, aber auch wütend und derb. Was die Herren aus den Appalachen beherrschen, ist das Spiel mit der Atmosphäre und den Gezeiten der Emotionen, so wild wie fragil. Shadowcloak geben ein echtes Statement ab und machen Bock auf viel mehr.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.05.2024
Erhältlich über: Eigenvertrieb

Facebook: www.facebook.com/shadowcloak.avl

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Category: Magazin, Reviews

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