Killswitch Engage – Atonement

| 16. August 2019 | 0 Comments
Killswitch Engage

(c) Travis Shinn

Unglaublich, aber wahr: Seit mittlerweile 20 Jahren ackern Killswitch Engage durch die Metal-Landschaft. Von echten Metalcore-Standwardwerken über das Wechselspiel am Mikrofon bis zur letztjährigen Arena-Tour als Support von Iron Maiden kann das Quintett auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Die Vorzeichen für das achte Studioalbum standen alles andere als gut. Zuerst musste Frontmann Jesse Leach nach einer Operation an der Kehle drei Monate Gesangspause einlegen, dann setzte eine fiese Schreibblockade ein. Und doch entpuppt sich „Atonement“ als beste Platte seit dem Wiedereinstieg des Originalsängers.

Das eröffnende „Unleashed“ bringt den alten, neuen Sound der Band prima auf den Punkt. Man gibt sich ein wenig druckvoller und direkter, ohne jedoch auf die packenden Hooks zu vergessen. Die Band wollte wieder eine Spur härter und thrashiger zu Werke gehen, was auch gelingt. Deutlich fiesere Screams und ein geradezu hymnischer Refrain geben sich die Klinke in die Hand. Wer die volle Dosis Power und Thrash-Härte möchte, lässt sich den martialischen Rausschmeißer „Bite The Hand That Feeds“ um die Nüstern wehen. Alternativ setzt es angenehm Klassisches in Form von „The Crownless King“. Hier gibt sich tatsächlich Chuck Billy von Testament ein Stelldichein – eine unerwartete, aber verdammt gute Melange von Klangfarben.

Billy soll aber nicht der einzige Gast auf „Atonement“ bleiben. Für „The Signal Fire“ konnte man tatsächlich Ex-Frontmann Howard Jones (jetzt Light The Torch) gewinnen. Dass aus diesem Zusammentreffen einer der komplettesten Killswitch Engage-Tracks der letzten Jahre reift, weiß zu begeistern. Etwas ungewöhnlich gibt sich hingegen „I Am Broken Too“. Hier flirtet das Quintett mit Rock-Radiostationen, will aber tatsächlich Menschen mit psychischen Erkrankungen und Suizidgedanken Hoffnung machen. Schließlich erinnert „Ravenous“ ein wenig an die Anfänge der Band. Klassischer Metalcore mit wütenden Strophen und feinen, dicken Melodien im Chorus gibt sich erstaunlich zeitlos.

Letztlich ist „zeitlos“ tatsächlich ein hervorragendes Stichwort für „Atonement“. Killswitch Engage gehen insgesamt wieder eine Portion härter zu Werke, ohne die selbst für Band-Verhältnisse melodischen, beinahe radiofreundichen Momente der letzten Platten auszuklammern. Zwischen bärbeißigen, angethrashten Metalcore-Attacken und feisten Hymnen ergibt sich ein echter Leckerbissen, vielleicht sogar das beste Album seit „As Daylight Dies“. Und das hat immerhin auch schon wieder 13 Jahre auf dem Buckel.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 16.08.2019
Erhältlich über: Columbia Records (Sony Music)

Website: www.killswitchengage.com
Facebook: www.facebook.com/killswitchengage

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Category: Magazin, Reviews

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