Allegaeon – Proponent For Sentience

| 21. September 2016 | 0 Comments
Allegaeon

(c) Matthew Zinke

„Elements Of The Infinite“ gestaltete sich vor zwei Jahren zur Gratwanderung für Allegaeon, als ihr Tech-Death-Sound mit überladenem Bombast, noch mehr Melodik und verkopften Prog-Sprengseln versehen wurde. Der Weg gen mehr Komplexität geht weiter. Ein Konzeptalbum über wissenschaftliche Errungenschaften und die Schwächen der Menschheit treibt den Sound der US-Amerikaner auf die Spitze. „Proponent For Sentience“ ist ein Album am Karriere-Scheideweg.

Schnell merkt man: Ja, es geht noch wahnsinniger. Allegaeon drehen endgültig durch, das allerdings mit Methode. Ein „Grey Matter Mechanics – Appassonata Ex Machinea“ wirkt wie ein Streifzug durch die spannende Karriere der Herren aus Colorado. Knüppelhart und technisch legen die Herren los, wenden sich jedoch spätestens mit der ausladenden Solo-Arbeit deutlich proggigeren Gefilden zu. Nach der Zäsur geht es minutenlang rein akustisch ins Finale – eine Spur zu lang, wohl aber spannend anders. Direkt im Anschluss packt „Of Mind And Matrix“ die alte Allegaeon-Schule neben jene Melodic-Death-Elemente, die sich bereits auf dem Vorgänger eingeschlichen hatte. Für Bandverhältnisse klingt der Song durchsichtig, bleibt aber ebenso hängen.

Und dann ist da ein „Proponent For Sentience III – The Extermination“, das mit Klargesang und angriffslustigem Riffing Richtung Between The Buried And Me schielt, gleichzeitig aber auch die alte Prog-Schule bedient. Das abschließende Rush-Cover „Subdivisions“ passt nicht wirklich ins Bild und gibt Rätsel über die mögliche Zukunft des Quintetts auf. Zwischendurch kreuzen sie Amon Amarth mit technischer Melodik („Terrathaw And The Quake“), death-thrashen gar modern voran („All Hail Science“) und beschwören die goldenen „Formshifter“-Zeiten mit dem Übersong „The Arbiters“.

Tatsächlich schlägt das Pendel auf diesen 72 Minuten noch stärker gen Prog Death aus. Erinnerungen an Between The Buried And Me werden immer wieder wach. Was Allegaeon bei allem abgedrehtem Wahnwitz jedoch fehlt, ist die latente und dennoch kohärente Abgedrehtheit, die selbst abstruse Ideen zusammenhält. „Proponent For Sentience“ ist gut, stellenweise sogar genial, jedoch nicht immer in sich schlüssig. Mehr Fokus, kompaktere Präsentation und ordentlich Druck zwischen Tech und/oder Prog – der nächste Überflieger scheint nah zu sein.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 23.09.2016
Erhältlich über: Metal Blade (Sony Music)

Facebook: www.facebook.com/Allegaeon

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Category: Magazin, Reviews

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