Svärd – The Rift

| 1. Juli 2020 | 0 Comments
Svärd

(c) Argonauta Records

Vor drei Jahren erfüllten sich Tim Nedergård und Björn Pettersson von In Mourning, ihr damals ebenfalls dort angestellter Mitstreiter Pierre Stam und Ahab-Schlagzeuger Cornelius Althammer den Wunsch einer gemeinsamen Band. Als Svärd geht man deutlich frontaler und wuchtiger zu Werke als bei den eigentlichen Hauptschauplätzen, scheut aber ebenso wenig vor psychedelischen Einflüssen im Stoner-, Sludge- und Heavy-Mix zurück. „The Rift“ ist ihre erste EP.

Ein kurzes Intro führt direkt in das Herz des Kleinformats. „A Rift In The Green“ macht vor, wohin die Reise geht, mit bärbeißigen, kehligen Vocals, wuchtigem Riffgewitter und süffigen Untertönen. Der angenehm zähe und doch verführerische Stoner-Sludge-Mix kommt gut, die zwischenzeitliche Tempoverschärfung und das roh produzierte Schlagzeug tun dem Track gut. „Palaeocene Flames“ wagt sich sogar noch weiter hinaus, erhöht die Schlagzahl und erinnert mit seinem wilden, fuchteligen Auftreten etwas an frühe Mastodon. Svärd stürzen sich kopfüber in ein komplexes Arrangement mit mehreren abgefuckten Spitzen.

Der süffige Dampfhammer kommt auch im anschließenden „The Burning Asylum“ durch. Hier zeigt sich gegen Halbzeit bereits die etwas andere, psychedelische Seite des Quartetts. Die Gitarre zieht sehnsüchtige Kreise, erinnert stellenweise sogar an 70s-Prog und findet doch wieder zu brachialer Hackstück-Arbeit zurück. Für das ausladende „The Portal“ nehmen sich Svärd schließlich mehr als genug Zeit. Der gemächliche XXL-Track mit seiner melodischen Detailarbeit kann in manchen Passagen noch am ehesten an die Hauptbands der beteiligten Musiker anknüpfen, spielt mit etwas Psych-Doom und ufert schließlich in ein lautmalerisches Jam-Finale aus. Gesang wird nur selten und pointiert eingesetzt, der sukzessive Wachstum des Songs spricht für sich.

„The Rift“ ist ein kleiner, unerwarteter Leckerbissen, der zwar die greifbare Handschrift der beteiligten Musiker trägt, aber letztlich doch ganz anders klingt. Süffiger, rifflastiger Stoner-Sludge der derb-vertrackten Sorte auf der einen, ausladender Psych, Doom und Prog auf der anderen Seite treffen sich in einer zuvor kaum ausgeloteten Mitte und erzeugen Magie. Svärd debütieren überaus spannend und liefern eine packende Alternative zu ihren anderen Schauplätzen, die es weiterzuverfolgen lohnt.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 03.07.2020
Erhältlich über: Argonauta Records

Facebook: www.facebook.com/svardsweden

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Category: Magazin, Reviews

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