Mastodon – Emperor Of Sand

| 30. März 2017 | 0 Comments
Mastodon

(c) Jimmy Hubbard

‚You gotta go there to come back‘, hieß es einst bei den Stereophonics. Mastodon verfolgen aktuell ein ähnliches Credo und befassen sich mit Vergänglichkeit. In den letzten beiden Jahren erkrankten mehrere Freunde und Familienmitglieder an Krebs. Anstatt das Thema direkt anzusprechen, kleiden es die Sludge-Prog-Spezialisten, wie nicht anders zu erwarten, in ein metaphernreiches Gewand. „Emperor Of Sand“ handelt von einem Mann, der in der Wüste strandet und dem Tod geweiht ist. Musikalisch reist das Quartett durch die gesamte Diskographie.

Kurzum: Freunde der Mastodon’schen Anfänge werden hier ebenso fündig wie Prog-Fans, wobei der Fokus insgesamt doch eher auf der jüngeren Vergangenheit liegt. Das hindert die Herren aus Atlanta, Georgia aber keineswegs daran, furios loszulegen. Der Opener „Sultan’s Curse“ spielt tatsächlich mit Sounds, die so auch auf „Blood Mountain“, dem grandiosen Übergangsalbum zwischen Sludge-Wut und Prog-Finesse, funktioniert hätten. Große Melodien, bärbeißige Strophen und dezent psychedelische Untertöne setzen ein erstes Glanzlicht.

Diesen deutlich härteren, intensiven Faden greifen Mastodon immer wieder auf. „Scorpion Breath“ mutiert zum hektischen, hibbeligen Monster und wird von Scott Kelly (Neurosis) perfekt begleitet. Ein „Roots Remain“ schielt hingegen etwas gen „Crack The Skye“ und baut zudem bedrohliche, knisternde Spannung auf, die sich in einem Classic-Rock-Gitarrensolo entlädt. Das poppige, direkte „Show Yourself“ hätte auch prima auf der letzten Platte funktioniert, auch wenn es beinahe eine Spur zu beliebig wirkt. Mit dem epischen, getriebenen Finale „Jaguar God“ und dem herrlich wirr schimmernden „Steambreather“ wird dieser kleine Makel aber locker aufgewogen.

Was dieses Mal jedoch fehlt, ist der sprichwörtliche Funke, denn der will einfach nicht überspringen. Dabei ist „Emperor Of Sand“ alles andere als schlecht, ganz im Gegenteil. Das konstante Pendeln zwischen verschiedenen Schaffensphasen Mastodons hat so manchen großen Moment zu bieten, wirkt aber letztlich eher wie ein starkes, aber eben nicht herausragendes Übergangsalbum. Freilich philosophiert man nach wie vor auf hohem Niveau: Wer die proggigen, wütenden, verklärten, direkten und angriffslustigen Mastodon gleichermaßen mag, freut sich über eine Art Greatest-Hits-Platte, natürlich ausschließlich aus neuem Material bestehend.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 31.03.2017
Erhältlich über: Reprise Records (Warner Music)

Website: www.mastodonrocks.com
Facebook: www.facebook.com/Mastodon

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Category: Magazin, Reviews

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