Telepathy – Tempest

| 29. März 2017 | 0 Comments
Telepathy

(c) Pelagic Records

Trauerarbeit fand und findet vielfältigen Einzug in verschiedenste musikalische Genres. Da dürfen Post Metal, Sludge und Doom natürlich nicht fehlen. Telepathy aus Großbritannien versuchen das ungestüme Chaos ihres Debüts abzulegen und in verhältnismäßig geregelte Bahnen zu lenken. Erwachen, Trostlosigkeit, Annahme – diese drei Stationen gehen auf „Tempest“ nahtlos ineinander über. Zwischendurch hat sich sogar ein echtes Novum eingeschlichen.

Nach einem kurzen Intro gibt die Video-Auskopplung „Smoke From Distant Fires“ einen ersten ganzheitlichen Ausblick auf das, was diese 51 Minuten ausmacht. Vocals werden nicht benötigt, Atmosphäre kann auch auf rein instrumentaler Ebene erzeugt werden. Monolithische Drums, gefühlvolle Bassläufe von Neuzugang Teddy-James Driscoll und gleichermaßen fragile wie erschütternde Melodiebögen fahren durch Mark und Bein. Kleinere Tempoverschärfungen sorgen für zusätzlichen Tiefgang und Dynamik.

Mehr und mehr experimentieren Telepathy mit ihrem Sound, bereichern diesen um neue, aufregende Elemente. Das große Finale von „Hiraeth“ wagt beispielsweise den nahtlosen Übergang von Sludge zu Black Metal, während in „Echo Of Souls“, dem verletztlichen Herzstück dieses Albums, sogar erstmals Vocals zum Einsatz kommen. Fieses Gekeife wird von manischen Doom-Bögen und schwarzmetallischen Uptempo-Attacken regelrecht zerstückelt. Im abschließenden „Metanoia“ schimmert ein Hauch von Hoffnung durch, der jedoch schnell von Melancholie und Sehnsucht erdrückt wird. Das letzte, aufwühlende Aufbäumen steuert auf Akzeptanz zu und schließt den thematischen Kreis.

„Tempest“ zieht in tiefe seelische Gräben hinab, wühlt auf, bewegt und stellt zahlreiche Fragen, von denen manche unbeantwortet bleiben. Der weitestgehend instrumentale Ansatz der Briten funktioniert in diesem emotionalen Kargland besonders gut. Telepathy zeigen sich deutlich konzentrierter und aufgeräumter, verfolgen eine klare Linie mit Sinn und Konzept von Intro bis Outro. Dieses vermeintlich archetypische Spätherbst-Album funktioniert auch im Frühjahr hervorragend.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 31.03.2017
Erhältlich über: Golden Antenna Records (Broken Silence)

Facebook: www.facebook.com/telepathyband

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Category: Magazin, Reviews

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