Call The Mothership – Of Dark Matter And Ascension

| 31. März 2017 | 0 Comments
Call The Mothership

(c) Call The Mothership

Evolution und Revolution gehen bei Call The Mothership Hand in Hand. 2014 als Studioprojekt und Quasi-Antwort auf die große Djent-Welle geegründet, sorgte das Debütalbum „Of Cold Fusion And Light Mass“ für verdiente Aufmerksamkeit. Eine Ambient-EP und eine Single später, machte sich das Sextett an die Arbeit an einem Nachfolger mit konzeptueller Dimension, seit wenigen Wochen auch durch Live-Shows gestützt. „Of Dark Matter And Ascension“ ist, wie vorangegangene CTM-Releases, als Gratis-Download erhältlich und markiert zugleich den bisherigen Höhepunkt des kreativen Schaffens.

Call The Mothership werfen einen Blick auf den menschlichen Verstand unter extremem Stress mit all seinen Höhen und Tiefen. Mit dem namengebenden Mutterschiff als Kulisse, geht es um Leben und Tod. Entsprechend brachial und tiefschwarz, dann jedoch wieder (vorsichtig) optimistisch gestaltet sich die musikalische Umsetzung. An diese etwas andere Dynamik, unterbrochen durch lange, monumentale Instrumentals, muss man sich freilich erst gewöhnen, gerade wenn „Hypersleep Nightmares“ in viereinhalb Minuten durch sämtliche Subgenres rast und den nunmehr installierten zweiten Sänger als zusätzlichen Ankerpunkt installiert. Anders gesagt: es knallt, und zwar ordentlich.

Wie weit sich die Herren dieses Mal herauswagen, zeigt sich erst in weiterer Folge. Da wäre beispielsweise „How To Fall Without Gravity“, das als finsterer, bissiger Djent-Brecher loslegt und plötzlich gen Post Black Metal abdriftet, dezente Ambient-Note inklusive. Ein „Lightbearer“ überrascht hingegen mit durchaus cineastischer Note, hörbaren Post Rock-Einflüssen und feinen Melodien, während „Let The Storm Carry Us Home“ als grandioser Rausschmeißer mehr und mehr gen Ambient und endlose Weiten abdriftet.

Zwischendurch installieren Call The Mothership den explosiven Wellenbrecher „Thanatos“ mit brutalem Tempo und beinahe punkiger Attitüde in seiner pointierten Kürze. Ein „Dark Matter“ treibt die instrumentale Kunst des Sextetts auf die Spitze und ackert sich durch sämtliche Post-Whatever-Spielwiesen mit feinster Klinge. Die beiden Bonus-Tracks „Cosmic Horizon“ und „A Thousand Suns Before Us“ widmen sich übrigens vollends dem Ambient-Wahn und träumen sich durch Raum und Zeit.

Noch größer, noch weiter, noch abwechslungsreicher, eben Evolution durch Revolution: Call The Mothership klingen auf „Of Dark Matter And Ascension“ deutlich reifer und souveräner. Die stete Suche nach der feinen konzeptuellen Klinge, begleitet von wütenden, brachialen Extremen und bewegender, aufwühlender Melodik regt zu verdienten Begeisterungsstürmen an. So mancher Übergang mag holprig wirken, gerade rund um das beinahe euphorische „Ascension“ – auf konzeptueller Ebene nachvollziehbar, letztlich aber einer von mehreren kleinen Makeln. Und doch packen die Mutterschiffler hier ihre bislang beste Platte aus, an der man sich nur schwer satt hören kann und die mit zig Details zu schier endlosen Durchläufen einlädt. So durchdacht und zugleich positiv wahnsinnig sind hierzulande nur wenige Bands.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 31.03.2017
Erhältlich über: Eigenvertrieb (Gratis-Download auf Bandcamp)

Facebook: www.facebook.com/callthemothership

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Category: Local Bands, Magazin, Reviews

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