Forming The Void – Reverie

| 6. Mai 2020 | 0 Comments
Forming The Void

(c) Forming The Void

Mit einem Riff öffnen sich sämtliche Sinne: Forming The Void aus Lafayette im US-Bundestaat Louisiana zählen zu den heißesten Sludge-Geheimtipps der letzten Jahre. Erst 2013 gegründet, steht nun bereits ihr viertes Studioalbum (von diversen Splits und Kleinformaten begleitet) in den Startlöchern. Das Quartett widmet sich vornehmlich der etwas rockigeren Seite des Genres und schreckt ebenso wenig vor Doom, Stoner, Psych und ein wenig Prog zurück – etwas an Mastodon, Torche und sogar Soundgarden angelehnt. Mit „Reverie“ übertreffen sie sich ein weiteres Mal selbst.

Der einfache, aber unglaublich effektive Drum-Auftakt zu „Sage“ stellt sofort sämtliche Zeichen auf Sturm. Dicke, bohrende Gitarren, sägende Untertöne und herrlich sehnsüchtige, mit ordentlich Hall belegte Vocals tragen bis zur ersten Uptempo-Eruption. Brachiale Heavyness und mannigfaltige Intensität treffen auf kompaktes Riffing, das Rezept ist so einfach wie unterhaltsam. Und, ja, das ausladende Solo funktioniert ebenso. Im Vergleich dazu wirkt „Onward Through The Haze“ zunächst fast schon brav, zumindest bis die Lead-Gitarre mit kleineren Spielereien im Schlussdrittel das wüchtige Idyll torpediert.

Unterdessen haben sich Forming The Void bereits eingegroovt. Wie sich James Marshalls Gesang an die Oberfläche des dichten, voluminösen „Electric Hive“ vorarbeitet, ringt Respekt ab. Die US-Amerikaner trumpfen mit zerstörerischer Wucht auf. Schnell haben sie eine Wand errichtet (bloß keine Mauer, bloß keine Mauer…), ein geradezu monolithisches Konstrukt, welches als Fundament für kleinere Variationen dient. In „Manifest“ schimmert hingegen das Psych-Urverständnis stärker durch, von zermalmendem Doom begleitet, bevor „The Ending Cometh“ unheilvolle Eingängigkeit durch pechschwarze Engelstrompeten presst.

Kein zurück, nur nach vorne: Kaum haben Forming The Void ihr Riff gefunden, preschen sie mit unnachgiebiger Brachialgewalt voran und lassen verbrannte Erde zurück. „Reverie“ ist ein Statement hinsichtlich Wucht und Kompromisslosigkeit, glänzt mit wüstem Sludge-Drive, giftiger Rock-Ästhetik und metallischer Finsternis. Die Songs wirken noch eine Spur ausladender und wuchtiger, das Gesamtbild deutlich diffiziler und unbarmherzig intensiv. Auf ihrem vierten Album ziehen Forming The Void die Schrauben erneut an und schaffen Großes.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 08.05.2020
Erhältlich über: Ripple Music (H’ART)

Website: formingthevoid.com
Facebook: www.facebook.com/formingthevoid

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Category: Magazin, Reviews

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