Bearers – Inhumation

| 10. September 2019 | 0 Comments
Bearers

(c) Bearers

Mitte / Ende der 00er Jahre ging knüppelharter, technisch anspruchsvoller Metalcore durch die Decke. Bands wie Architects, Misery Signals und Norma Jean mit Labels wie Solid State und Sumerian im Rücken veröffentlichten beinahe monatlich chaotische und doch mitreißende Meisterwerke. Auch heute lebt dieser Sound noch weiter, beispielsweise im Schaffen von Bearers. Die Mitglieder dieses jungen Quintetts aus Glasgow spielten in diversen lokalen Bands, bevor man sich zu diesem Powerhouse zusammenfand. Ihr Debütalbum „Inhumation“ erscheint nun in Eigenregie.

Nach einem kurzen Intro legt „Remains“ mit Chaos und Wahnsinn los. Von allen Seiten hagelt es brachiale Störsignale, Jase Holmez holt wütende Shouts, skurrile Chants und bissige Screams aus seinen Stimmbändern heraus, während fiese Squeals, Djent-artige Riffs und kurze Hoffnungsschimmer sich die sprichwörtliche Klinke in die Hand geben. Es dauert ein wenig, bis sich das Geschehen sortiert, doch hinter der schieren Wucht dieser gut vier Minuten steckt kurzweilige Methode. Das lässt sich auch für „Creep“ sagen, in dem ein Breakdown das andere jagt. Verschnaufpausen sind Fehlanzeige, auch wenn ein feiner melodischer Part geschickt in die Parade fährt.

„Confessions“ mit einem Gastbeitrag von Jamie Mclees (Lotus Eater) spielt sich zwar über weite Strecken irgendwo zwischen Midtempo und Groove ab, bezieht aber gerade aus dieser vermeintlichen Zwischenwelt unheimlich viel Wucht. Hingegen geht „Neurotic“ laufend nach vorne, lässt die Muskeln spielen und packt zwischendurch so etwas wie einen Refrain aus, der noch dazu sofort hängen bleibt. Selbst das nachdenkliche, unverschämt eingängige „Solitude“, das mit weiten Strecken der restlichen Platte bricht, macht Laune.

Gewiss nicht einfach, aber einfach gut: Bearers wildern in vertrauten Gefilden, ohne sich auch nur eine Sekunde aufs reine Abkupfern zu verlassen. Ihr Debütalbum „Inhumation“ entpuppt sich als Wuchtbrumme zwischen technischem Dampfhammer und Groove-Rakete. Stets der kompletten Eskalation nahe, entblättert sich die Platte auf Raten und legt packende Songs nebst zittrigem Wahnsinn frei. Gerade für einen Einstand machen die Schotten unwahrscheinlich viel richtig und lassen auf eine mehr als rosige Zukunft hoffen.

Wertung: 8/10

Erhältlich ab: 13.09.2019
Erhältlich über: Eigenvertrieb (Download-Album)

Facebook: www.facebook.com/BearersUK

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Category: Magazin, Reviews

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